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Politik20. Oktober 2026, 17:02 Uhr · von Redaktion

Zuckersteuer soll Kinder schützen

Die Schweriner Kinderärztin Kerstin Holze begrüßt die neue Zuckersteuer in Deutschland. Sie erwartet ab April 2027 vor allem weniger Zucker in Softdrinks statt deutlich höherer Preise.

Zuckersteuer soll Kinder schützen

Foto: nnnde

Die geplante Zuckersteuer in Deutschland stößt bei der Schweriner Kinderärztin Kerstin Holze auf Zustimmung. Holze, die auch Vize-Präsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes ist, sieht die Abgabe als sinnvolle Ergänzung zu mehr Sport und Bewegung. Aus ihrer Sicht haben freiwillige Zusagen der Industrie bislang zu wenig gebracht.

Hintergrund ist eine Vereinbarung aus dem Jahr 2018: Die Branche wollte den Zuckeranteil in Erfrischungsgetränken bis Ende 2025 um 15 Prozent senken. Nach Holzes Einschätzung wurde dieses Ziel nur im Durchschnitt erreicht, während viele besonders stark gesüßte Verkaufsschlager praktisch unverändert blieben. Deutschland liege beim Zuckerkonsum über Softdrinks im internationalen Vergleich weiter weit vorn.

Weniger Zucker statt höherer Preise

Von der neuen Regelung, die ab April 2027 greifen soll, erwartet Holze deshalb vor allem eines: weniger Zucker in den Flaschen. Sie rechnet damit, dass Hersteller eher ihre Rezepturen anpassen, als die Preise pauschal anzuheben. Als Beispiel verweist sie auf Entwicklungen in Großbritannien, wo ähnliche Maßnahmen zu Veränderungen bei den Getränken geführt haben.

  • Zuckersteuer als Baustein für gesündere Ernährung
  • Softdrinks gelten als oft unterschätzte Kalorienfalle
  • Besonders Kinder und Jugendliche sollen geschützt werden

Warnung vor täglichem Softdrink-Konsum

Holze betont, dass auch vermeintlich leichtere Alternativen kein Freifahrtschein seien. Wer zu Zero-Produkten greife, solle trotzdem genau auf die Zutaten achten. Zudem erinnert sie daran, dass selbst Fruchtsäfte echte Kalorienbomben sein können: Ein Liter Apfelsaft habe pur so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolade.

Gerade für Kinder und Jugendliche seien Softdrinks aus ihrer Sicht nichts für jeden Tag. Solche Getränke gehörten eher zu Ausnahmen wie Geburtstagen, Restaurantbesuchen oder Feiertagen. Entscheidend sei, Kinder gar nicht erst stark an süße Geschmäcker zu gewöhnen. Für Holze ist die Steuer deshalb kein unnötiger Eingriff, sondern ein Schritt, um gesünderes Aufwachsen zu fördern.

Quelle: nnnde