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Politik20. Oktober 2026, 15:03 Uhr · von Redaktion

Meloni schickt Soldaten

Nach schweren Krawallen in Mailand reagiert Italiens Regierung mit zusätzlichen 500 Soldaten. Bei den Ausschreitungen rund um den Dom gab es mehr als 270 vorübergehende Festnahmen, 14 verletzte Sicherheitskräfte und Schäden in Millionenhöhe.

Meloni schickt Soldaten

Foto: El Mono Español / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Nach den heftigen Ausschreitungen in Mailand zieht Italiens Regierung die Zügel an: 500 zusätzliche Soldaten sollen die Polizei in der Finanzmetropole unterstützen. Die Entscheidung fiel bei einer Krisensitzung unter Leitung von Giorgia Meloni. Ziel ist es, neue Gewaltausbrüche nach den Protesten vom Wochenende zu verhindern.

Die Unruhen hatten laut Behörden nach zunächst friedlichen Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und mehrere Gesetzesvorhaben der Regierung begonnen. Rund um den Domplatz eskalierte die Lage, als meist schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche Schaufenster zerstörten sowie Geschäfte und Supermärkte plünderten. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Ausmaß seltener Gewalt, der entstandene Schaden wird auf Millionen geschätzt.

Hunderte Festnahmen nach Ausschreitungen

Nach offiziellen Angaben kam es zu mehr als 270 vorübergehenden Festnahmen, die sich überwiegend gegen Minderjährige richteten. Fünf Jugendliche wurden in Untersuchungshaft genommen. Zudem wurden mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Wie viele Demonstrierende verletzt wurden, ist bislang nicht genau bekannt.

  • 500 zusätzliche Soldaten zur Unterstützung der Polizei
  • Über 270 vorübergehende Festnahmen
  • 14 verletzte Sicherheitskräfte
  • Millionenschäden in der Innenstadt

Meloni steht vor Wahl unter Druck

Die zusätzliche Militärhilfe knüpft an die seit 2008 laufende Mission „Strade sicure“ an, bei der Soldaten in Ballungsräumen und an gefährdeten Orten eingesetzt werden. Auch Ausgangssperren für Teile der Innenstädte stehen zur Diskussion. Meloni hatte bereits nach den Krawallen in Mailand und anderen Städten ein hartes Vorgehen angekündigt.

Politisch kommt die Eskalation für die Ministerpräsidentin zu einem heiklen Zeitpunkt. Im kommenden Jahr wird in Italien ein neues Parlament gewählt. Während Meloni von einer noch weiter rechts stehenden Partei unter Druck gesetzt wird, bereitet sich im linken Lager die sozialdemokratische PD mit ihrer Vorsitzenden Elly Schlein auf den Wahlkampf vor.

Quelle: SRF