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Politik21. Oktober 2026, 15:04 Uhr · von Redaktion

Wyssmann greift nach Bundesrat

Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will in den Bundesrat. In Solothurn kündigte der 59-Jährige seine Kandidatur als Nachfolger von Guy Parmelin an, die Chancen gelten aber als eher klein.

Wyssmann greift nach Bundesrat

Foto: Bundesrepublik Deutschland / Wikimedia Commons, Public domain

Rémy Wyssmann wirft seinen Hut in den Ring: Der Solothurner SVP-Nationalrat hat in Solothurn offiziell bekanntgegeben, dass er für den Bundesrat kandidieren will. Damit meldet sich nach der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz erst die zweite Person öffentlich für die Nachfolge von Guy Parmelin. Innerhalb der SVP wirkt die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten bislang ungewohnt zäh.

Ansage in Solothurn

Wyssmann sagte vor den Medien, er sei bereit für das Amt. Den Bundesratssitz versteht der 59-Jährige nach eigenen Worten nicht als Auszeichnung für die bisherige Laufbahn, sondern als Dienst am Land und an der Bevölkerung. Er argumentiert zudem mit seiner Lebensphase: erfahren genug durch Beruf und Politik, aber noch jung genug für längere Zeit in der Landesregierung.

Politisch will sich Wyssmann vor allem für den Mittelstand einsetzen. Der Rechtsanwalt und Notar sitzt erst seit Dezember 2023 im Nationalrat. Zuvor war er von 2016 bis 2023 Gemeinderat in Kriegstetten und gleichzeitig von 2017 bis 2023 Mitglied des Solothurner Kantonsrats.

Später Einstieg, auffälliges Profil

In der Öffentlichkeit profilierte sich Wyssmann unter anderem mit seinem Einsatz dafür, dass der Bund die Verträge zu den Corona-Impfstoffen offenlegen musste. Laut Einschätzung von SRF-Bundeshauskorrespondent Dominik Meier sind seine Wahlchancen dennoch eher gering. Als Grund nennt er unter anderem, dass Wyssmann im Bundeshaus kein politisches Schwergewicht sei und mit vielen Vorstössen auffalle, die kaum mit der eigenen Fraktion abgesprochen seien.

  • 59 Jahre alt
  • Seit Dezember 2023 im Nationalrat
  • Beruf: Rechtsanwalt und Notar
  • Vater von zwei erwachsenen Söhnen

Bemerkenswert ist auch sein familiärer Hintergrund: Sein Grossvater Walter Weber war Sozialdemokrat, Sekundarlehrer, Gemeindepräsident von Derendingen und von 1971 bis 1987 Solothurner Ständerat. Laut der Solothurner SVP trat Wyssmann der Partei erst 2016 bei — nach einem halben Berufsleben. Parteivertreter aus dem Kanton lobten ihn an der Medienkonferenz als treibende Kraft hinter dem Aufstieg der SVP in Solothurn, wo die Partei 2025 zur stärksten Kraft geworden sei.

Quelle: SRF