UN ringt um Frieden im Sudan
In Genf beraten internationale Delegationen über Wege aus dem Krieg im Sudan. Während die UN auf eine politische Lösung drängen, verschärfen neue Angriffe und Millionen Vertriebene die humanitäre Krise.

Foto: Wikimedia Commons / Soppakanuuna, CC BY-SA 3.0
In Genf startet heute der nächste Versuch, Bewegung in den verheerenden Konflikt im Sudan zu bringen. Bei einem UN-Treffen kommen Delegationen mehrerer Staaten zusammen, darunter die USA, China, Deutschland, Ägypten, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Ziel ist es, politische Wege aus dem Krieg zu finden, der das Land seit mehr als dreieinhalb Jahren erschüttert.
Zum Auftakt machte der persönliche Sudan-Gesandte von UN-Generalsekretär António Guterres, Pekka Haavisto, klar, worum es geht: Der Krieg müsse enden. In Genf soll deshalb nicht nur weiter geredet, sondern nach praktischen Schritten gesucht werden. Es ist bereits das sechste Treffen dieser Art.
Millionen auf der Flucht
Der Konflikt war im April 2023 aus einem Machtkampf zwischen der Regierung und der paramilitärischen Miliz RSF entstanden. Die Folgen sind dramatisch: Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks mussten rund 14 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Gleichzeitig berichten die Vereinten Nationen von schweren Verbrechen und einer Versorgungslage, die sich immer weiter zuspitzt.
- Berichte über sexuelle Gewalt
- Massaker und Entführungen
- Erschwerter Zugang für Helfer
- Hunger und mangelnde medizinische Versorgung
Die UN sprechen inzwischen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Während nach ihren Angaben weiter viel Geld in Waffen fließt, fehlt es vielen Menschen an Essen, Schutz und medizinischer Hilfe. Für Hilfsorganisationen wird es zudem immer schwieriger, Bedürftige überhaupt noch zu erreichen.
Neue Gewalt trotz Gesprächen
Wie weit eine politische Lösung noch entfernt ist, zeigt ein schwerer Angriff vom Montag. In der Grenzregion Abjei traf eine Drohne einen Markt. Örtliche Behördenvertreter meldeten dabei mindestens 153 Tote. Auch ein Treibstofflager in der Nähe wurde getroffen, woraufhin ein Feuer ausbrach. Viele Menschen flohen aus dem Ort. Die Behörden machen die sudanesische Armee für den Beschuss verantwortlich, vom Militär selbst gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.
Quelle: Tagesschau