JETZT LIVE
Politik11. August 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Wasser-Streit am Lago Maggiore

Am Lago Maggiore verschärft die Trockenheit den Streit um Wasser zwischen dem Tessin und Italien. Der Bund arbeitet nun mit Italien und Frankreich an neuen Abkommen, doch bis zu einer Lösung dürften noch Jahre vergehen.

Wasser-Streit am Lago Maggiore

Die Trockenheit spitzt den Konflikt um Wasser an der Schweizer Grenze weiter zu. Am Lago Maggiore fehlen nur noch wenige Zentimeter bis zum historischen Tiefstand. Das Tessin lässt deshalb seit Wochen weniger Wasser nach Italien abfliessen. Dort wächst der Druck vor allem aus dem Piemont, das auf das Wasser für die Landwirtschaft in der Po-Ebene angewiesen ist.

Doch aus Sicht des Kantons ist der Spielraum klein. Auch im Tessin ist es sehr trocken, zudem sind die Stauseen nur schwach gefüllt. Hinzu kommt: Die Speicher liegen laut Tessiner Regierung in privater Hand. Eine schnelle Hilfe für Italien ist damit nicht in Sicht.

Bern arbeitet an neuen Regeln

Der Bund reagiert nun auf die zunehmenden Verteilungskonflikte. Das Bundesamt für Umwelt erarbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Kanton Tessin und den italienischen Behörden die fachlichen Grundlagen für ein neues Abkommen. Es soll helfen, Streit bei Wasserknappheit ebenso wie bei extremem Hochwasser künftig zu vermeiden.

Auch am Grenzfluss Doubs zwischen der Schweiz und Frankreich laufen entsprechende Gespräche. Wie lang solche Prozesse dauern können, zeigt der Blick nach Westen: Mit Frankreich gelten seit September 2025 bereits zwei Wasserverträge, einer für den Genfersee und einer für die Rhone. An ihnen wurde über mehr als zehn Jahre verhandelt.

Forderung nach mehr Druck

Der Wasserforscher Klaus Lanz sieht die Schweiz in einer stärkeren Rolle. Er fordert, dass Bern bei den Gesprächen mehr Druck auf die Nachbarländer ausübt, damit dort weniger Wasser verloren geht. Gemeint ist vor allem die Bewässerung in Italien, wo laut Lanz grosse Mengen schon auf dem Weg zu den Feldern versickern.

  • Konfliktgebiet: Lago Maggiore zwischen Tessin und Italien
  • Weitere Verhandlungen: Doubs mit Frankreich
  • Bereits geregelt: Genfersee und Rhone seit September 2025

Das Umweltamt will diesen Punkt in die Vorbereitungen aufnehmen. Bis neue Abkommen für den Lago Maggiore und den Doubs fertig sind, dürfte es aber noch dauern. Kurzfristig würde vor allem eines helfen: Regen. Doch auch der lässt weiter auf sich warten.