Algen-Trick gegen Kuh-Methan
In Australien testen Rinderhalter Futterzusätze aus Rotalgen, um den Methan-Ausstoß ihrer Tiere zu senken. Auf Farmen in Tasmanien sollen schon kleine Mengen der Alge Asparagopsis die Emissionen deutlich reduzieren.

Foto: HuBar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5
Australische Rinderhalter setzen im Kampf gegen klimaschädliche Emissionen auf einen ungewöhnlichen Helfer aus dem Meer: Rotalgen. Auf der Insel Tasmanien wird derzeit erprobt, wie sich der Methan-Ausstoß von Rindern durch Algen im Futter verringern lässt. Das ist relevant, weil laut dem Bericht rund ein Viertel des menschengemachten Methans aus der Rinderzucht stammt.
Zu den Landwirten, die das Verfahren testen, gehört Rinderzüchter Adam Wesley. Auf seinen Weiden bekommen die Tiere unter anderem Lecksteine, in denen Bestandteile der Alge verarbeitet sind. Die Hoffnung: Wenn sich die Emissionen nachweisbar senken lassen, könnte Fleisch künftig auch als klimafreundlicheres Produkt vermarktet werden. Wesley setzt dabei auch auf die Bereitschaft von Verbrauchern, stärker auf Herkunft und Klimabilanz zu achten.
Asparagopsis im Fokus
Im Mittelpunkt steht die Rotalge Asparagopsis. Forschende haben laut Bericht festgestellt, dass schon ein sehr kleiner Anteil davon im Futter die Methanbildung im Magen der Tiere massiv drücken kann. Die Wirkung gilt demnach als wissenschaftlich belegt: Die Alge reagiert im Verdauungssystem chemisch mit anderen Stoffen und bremst so die Entstehung des Gases.
- Getestet wird das Verfahren auf Farmen in Tasmanien
- Die Algen werden in Aquakulturen an Land gezüchtet
- Aus ihnen entstehen Futterzusätze und Lecksteine für Rinder
Geschäftsidee mit Klima-Effekt
Der Unternehmer Sam Elsom hat dafür die Firma Seaforest gegründet. Dort werden die roten Meeresalgen unter kontrollierten Bedingungen an Land angebaut, weil Temperatur und Strömung dort stabiler sind als im offenen Meer. Die so gewonnenen Zusätze landen anschließend auf den Weiden. Parallel werden Daten zum Ausstoß der Tiere gesammelt, die vom Tasmanischen Institut für Landwirtschaft ausgewertet werden.
Für die Betriebe geht es nicht nur ums Klima. Wesley hofft auch auf wirtschaftliche Vorteile: Nach seinen bisherigen Eindrücken könnten Tiere mit Algenfutter etwas besser wachsen. Noch kostet der Einsatz der Zusätze Geld, doch langfristig soll sich das Modell sowohl für Landwirte als auch für die Umwelt auszahlen.
Quelle: Tagesschau