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Politik5. Oktober 2026, 11:01 Uhr · von Redaktion

Netz steht hinter Jane Doe

Nach einer Vergewaltigungsklage gegen die Cornell-Universität und sieben Mitglieder einer Studentenverbindung solidarisieren sich weltweit Menschen mit „Jane Doe“. Viele teilen unter dem Motto „Ich bin Jane Doe“ auch eigene Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt.

Netz steht hinter Jane Doe

Der Fall an der Cornell-Universität zieht weltweit Aufmerksamkeit auf sich: In den sozialen Medien stellen sich derzeit zahlreiche Menschen hinter eine Studentin, die unter dem Pseudonym „Jane Doe“ Klage eingereicht hat. Sie richtet sich gegen die Eliteuni sowie gegen sieben Mitglieder einer Studentenverbindung, denen eine Gruppenvergewaltigung vorgeworfen wird.

Unter dem Slogan „Ich bin Jane Doe“ übernehmen Unterstützerinnen und Unterstützer bewusst denselben Namen. Viele von ihnen berichten dabei auch über eigene Erlebnisse mit sexualisierter Gewalt. Die Welle der Solidarität erinnert damit an die Dynamik der #MeToo-Bewegung, bei der seit 2017 massenhaft Erfahrungen mit Übergriffen öffentlich gemacht wurden.

Vorwürfe liegen zwei Jahre zurück

Nach Angaben der Klägerin war sie damals als 20-Jährige alkoholisiert in das Haus der Verbindung gekommen. Dort sei ihr Ketamin verabreicht worden, anschließend sei sie in wehrlosem Zustand von mehreren Mitgliedern vergewaltigt worden. Drei Wochen später meldete sie den Vorfall der Campus-Polizei, juristische Folgen gab es zunächst jedoch nicht. Heute wirft sie der Universität Untätigkeit vor. Inzwischen hat sie die Hochschule verlassen, die Studentenverbindung wurde verboten, der Fall wird nun erneut untersucht.

  • Vorfall liegt rund zwei Jahre zurück
  • Klage gegen Universität und sieben Verbindungsmitglieder
  • Die Verbindung wurde inzwischen verboten

Schutz vor digitaler Hetze

Hinter der Aktion steckt auch ein praktischer Gedanke: Die vielen „Jane Doe“-Beiträge sollen die Identität der Klägerin im Netz schwerer auffindbar machen, falls ihr echter Name veröffentlicht wird. Unterstützer hoffen, damit Suchalgorithmen und KI-Modelle zu überlagern. Laut ihrem Anwalt Thomas Giuffra erhielt die Studentin zahlreiche Drohungen und werde unter Druck gesetzt, die Klage zurückzuziehen.

Wie sensibel solche Verfahren sind, zeigt auch der juristische Umgang mit anonymen Namen. Nach Einschätzung einer US-Rechtsprofessorin werden Pseudonyme in Gerichtsverfahren seit Jahren häufiger genutzt, wenn besonders private oder belastende Vorwürfe im Raum stehen. Ganz verhindern lasse sich eine Enttarnung aber nicht. Brisant ist der Fall auch wegen der Lage an der Uni selbst: Laut einer internen Befragung gaben 35 Prozent der Studentinnen im Grundstudium an, sexuelle Übergriffe erlebt zu haben.

Quelle: Tagesschau