US-Hilfsstopp trifft Nepal hart
Nach dem Ende von USAID geraten in Nepal HIV-Präventionsprogramme ins Wanken. Besonders Transmenschen und andere LGBTQ-Personen verlieren Schutz, Jobs und oft jede Alternative zur Sexarbeit.

Die Folgen des US-Hilfsstopps werden in Nepal immer drastischer sichtbar. Seit Präsident Donald Trump das Programm USAID beendet hat, brechen dort wichtige Angebote zur HIV-Prävention weg. Besonders hart trifft das Menschen, die ohnehin am Rand der Gesellschaft leben – darunter viele Transpersonen und andere Angehörige der LGBTQ-Community.
Eine von ihnen ist Rubi Lama. Früher half sie selbst dabei, Menschen vor einer HIV-Infektion zu schützen. Jetzt gehört sie zu jenen, die ohne Unterstützung dastehen. Weil mit den US-Geldern bei vielen Hilfsorganisationen Stellen wegfielen, verloren in Nepal zahlreiche Beschäftigte im humanitären Bereich ihre Arbeit. Die Nachrichtenagentur AP schildert, wie Lama und andere nachts an einer Schnellstraße Sexarbeit anbieten, oft unter gefährlichen Bedingungen und mit Berichten über Gewalt und Übergriffe.
Kondome teurer als der Verdienst
Wie drastisch die Lage ist, zeigt ein Beispiel von Sunil Babu Pant, Gründer der Blue Diamond Society. Nach seinen Angaben bekommen Sexarbeiterinnen am Straßenrand teils nur 100 Rupien pro Kunde – also weniger als einen Euro. Eine Packung Kondome koste dagegen rund 150 Rupien. Wer ums tägliche Überleben kämpft, kann sich Schutz damit oft schlicht nicht leisten.
- Früher waren Kondome und Gleitmittel kostenlos verfügbar.
- Auch HIV-Behandlungen und PrEP wurden gratis angeboten.
- Mit dem Wegfall der USAID-Mittel wurden viele dieser Angebote gestrichen.
Hilfsnetz bricht weg
Pant verweist darauf, dass viele LGBTQ-Personen von ihren Familien verstoßen werden und kaum Chancen auf andere Arbeit haben. Für ein kleines Geschäft fehlt oft das Startkapital, Kredite sind ohne Besitz kaum erreichbar. So entsteht ein Kreislauf aus Armut, Ausgrenzung und Unsicherheit. Gerade deshalb waren NGOs für viele mehr als nur Beratungsstellen – sie waren Schutzräume.
Doch selbst diese Strukturen geraten nun ins Wanken. Die von Pant gegründete Blue Diamond Society, die sich seit 25 Jahren für Nepals LGBTQ-Gemeinschaften einsetzt, musste einen großen Teil ihrer Hilfsprogramme einstellen. Für viele Betroffene heißt das: Aus Helfenden sind Hilflose geworden.