Brasilien steuert auf Duell zu
Bei der Präsidentenwahl in Brasilien hat im ersten Durchgang niemand die absolute Mehrheit erreicht. Luiz Inácio Lula da Silva und Flávio Bolsonaro treten nun am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

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Brasilien steht vor einer entscheidenden zweiten Runde: Bei der Präsidentenwahl hat weder Luiz Inácio Lula da Silva noch Flávio Bolsonaro im ersten Anlauf die nötigen 50 Prozent erreicht. Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen lag Bolsonaro laut Wahlbehörde mit 47,4 Prozent vor Lula, der auf 44,6 Prozent kam. Damit fällt die Entscheidung erst in der Stichwahl am 25. Oktober.
Richtungswahl mit klaren Gegensätzen
Für das Land mit rund 159 Millionen Wahlberechtigten geht es nun um einen politischen Grundsatzentscheid. Lula von der Arbeiterpartei PT will seinen seit 2023 verfolgten Kurs mit Sozialprogrammen, staatlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates fortsetzen. Sein Herausforderer Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei PL wirbt dagegen für einen kleineren Staat, weniger Ausgaben und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität.
Der Wahlkampf gilt als stark polarisiert. Lula könnte sich mit einem Sieg eine vierte Amtszeit sichern. Der 45-jährige Bolsonaro-Sohn versucht zugleich, das politische Erbe seines Vaters Jair Bolsonaro weiterzuführen. Eines seiner wichtigsten Wahlversprechen ist dabei eine Amnestie für den früheren Präsidenten, der wegen seiner Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt wurde.
Auch die Bolsonaro-Familie punktet
Neben dem Präsidentschaftsrennen gab es für das Bolsonaro-Lager weitere Erfolge. Die frühere First Lady Michelle Bolsonaro gewann im Bundesdistrikt Brasília einen Sitz im Senat. Auch Carlos Bolsonaro, ein weiterer Sohn des Ex-Präsidenten, zog im Bundesstaat Santa Catarina in den Senat ein.
- Stichwahl: 25. Oktober
- Zwischenstand: Bolsonaro 47,4 Prozent, Lula 44,6 Prozent
- Zentrales Wahlkampfthema: Sicherheit und Kriminalität
Gerade das Thema Sicherheit bewegt viele Menschen im Land. Kriminalität zählt zu den größten Sorgen der Bevölkerung, weil Drogenbanden in Teilen Brasiliens erheblichen Einfluss haben. Genau dort versuchen beide Lager nun, in den kommenden Wochen die letzten entscheidenden Stimmen zu holen.
Quelle: derbund