US-Angriff auf Tanker
Im Golf von Oman hat das US-Militär ein Frachtschiff beschossen, das laut Washington die Blockade iranischer Häfen durchbrechen wollte. Der unter panamaischer Flagge fahrende Tanker wurde nach US-Angaben mit zwei Raketen gestoppt.

Die Lage im Golf von Oman spitzt sich weiter zu: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein Frachtschiff beschossen, das auf dem Weg zu einem iranischen Hafen gewesen sein soll. Laut dem amerikanischen Regionalkommando Centcom wurde ein Hubschrauber eingesetzt, der zwei Hellfire-Raketen auf die unter panamaischer Flagge fahrende M/V Vela Nova abfeuerte.
Washington begründet den Angriff damit, dass das Schiff versucht habe, die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Nach Darstellung des US-Militärs habe die Besatzung zuvor mehrere Warnungen ignoriert. Das Schiff sei danach nicht mehr in Richtung Iran unterwegs gewesen. Ob bei dem Vorfall Menschen verletzt oder getötet wurden, blieb zunächst offen.
Zwischenfall in angespannter Region
Auch die britische Behörde für die Sicherheit der Schifffahrt, UKMTO, meldete einen Vorfall in dem Gebiet. Demnach waren ein Containerschiff und Streitkräfte beteiligt. Welches Land hinter dem militärischen Eingreifen stand, wurde dort allerdings nicht genannt.
Der Zwischenfall steht im Zusammenhang mit der immer schärferen Konfrontation rund um die Straße von Hormus. Der Iran hält die Meerenge zwischen dem eigenen Staatsgebiet und Oman seit Beginn des Kriegs Ende Februar faktisch blockiert. Die USA wiederum haben seit Mitte Juli iranische Häfen und Küstenabschnitte abgeriegelt.
Darum ist Hormus so wichtig
- Vor dem Krieg liefen rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Meerenge.
- Schiffen ist es derzeit nicht erlaubt, iranische Häfen anzulaufen oder von dort abzulegen.
- In den vergangenen Wochen kam es bereits mehrfach zu Beschuss und erzwungenen Kursänderungen von Tankern.
Das Ziel der US-Maßnahmen ist laut Bericht, dem Iran Einnahmen aus dem Ölexport zu entziehen. Gleichzeitig wächst mit jedem neuen Vorfall das Risiko, dass der Konflikt auf See weiter eskaliert.