Trump greift Geburtsrecht an
US-Präsident Donald Trump versucht nach einer Niederlage vor dem Supreme Court erneut, das Geburtsrecht einzuschränken. Zwei neue Dekrete zielen auf sogenannte Geburtsreisen und auf Fälle angeblich erschlichener Staatsbürgerschaft.

Donald Trump startet den nächsten Anlauf gegen das Geburtsrecht in den USA. Nur Wochen nach seiner Niederlage vor dem Supreme Court hat der US-Präsident zwei neue Dekrete unterzeichnet, die den automatischen Erwerb der Staatsbürgerschaft für bestimmte Gruppen begrenzen sollen.
Neuer Fokus auf „Geburtstourismus“
Im Zentrum steht ein Erlass, der sich gegen Reisen in die USA richtet, die nach Darstellung der Regierung allein dem Ziel dienen, dort ein Kind zur Welt zu bringen. Neugeborene, deren Mütter ausschließlich zu diesem Zweck ins Land kommen, sollen künftig nicht mehr automatisch die US-Staatsbürgerschaft erhalten. Ob das Bestand hat, ist offen: Gegen den Vorstoß könnten erneut Klagen folgen.
Ein zweites Dekret geht noch weiter. Nach Angaben der US-Regierung soll es ermöglichen, die Staatsbürgerschaft nachträglich zu entziehen, wenn sie unter falschen Voraussetzungen erlangt wurde. Betroffen sind laut dem Bericht außerdem auch Kinder von Diplomaten sowie von Angestellten ausländischer Regierungen.
Rückschlag aus Washington
Erst Ende Juni hatte Trump in dieser Frage einen deutlichen Dämpfer kassiert. Das Oberste Gericht entschied damals, dass Kinder, die in den Vereinigten Staaten geboren werden, weiterhin automatisch US-Bürger werden. Das gilt demnach auch dann, wenn ihre Eltern sich illegal oder nur vorübergehend im Land aufhalten.
- Ende Juni 2026: Supreme Court stoppt Trumps früheren Plan
- Jetzt: zwei neue Dekrete zum Geburtsrecht
- Offen: mögliche neue Klagen gegen die Maßnahmen
Trump hatte das Urteil als „sehr unglücklich“ bezeichnet. Dass er das Thema trotzdem sofort wieder aufgreift, zeigt: Die Auseinandersetzung um das Geburtsrecht in den USA ist mit der Entscheidung des Supreme Court längst nicht beendet.