Tigray unter neuer Verwaltung
In Äthiopiens Konfliktregion Tigray ist eine Übergangsregierung für sechs Monate eingesetzt worden. Sie soll Sicherheit herstellen, Dienste sichern und die Rückkehr Vertriebener ermöglichen, während die bisherige Regionalregierung aufgelöst wurde.

Foto: Rod Waddington from Kergunyah, Australia / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Nach Monaten neuer Kämpfe in der nordäthiopischen Region Tigray hat die Regierung in Addis Abeba dort eine Übergangsregierung für sechs Monate eingesetzt. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Abiy Ahmed mit. Gleichzeitig wurde die bisherige Regionalregierung aufgelöst.
Die neue Verwaltung arbeitet laut Mitteilung unter Leitung und Aufsicht der Zentralregierung. Ihre Aufgaben sind klar umrissen: Sie soll öffentliche Dienstleistungen organisieren, für Sicherheit sorgen und die Rückkehr von Vertriebenen möglich machen. Außerdem soll sie Regionalwahlen vorbereiten. Ein Termin für die Wahl wurde zunächst aber nicht genannt.
Neustart nach Monaten der Gewalt
Hintergrund ist der anhaltende Streit mit der TPLF, der Tigray-Volksbefreiungsfront. Nach Darstellung der äthiopischen Regierung hat die Rebellenorganisation ein bereits 2022 geschlossenes Friedensabkommen behindert. Dieses Abkommen sollte einen zweijährigen Krieg beenden, bei dem Zehntausende Menschen starben und Millionen ihre Heimat verlassen mussten.
- Waffenstillstand als Kernpunkt des Abkommens
- Entwaffnung der TPLF war vorgesehen
- Übergangsverwaltung soll nun Wahlen vorbereiten
Vorwürfe gegen Eritrea
Zusätzlich belastet ein regionaler Konflikt die Lage. Die Regierung in Äthiopien wirft dem Nachbarstaat Eritrea vor, die Spannungen weiter anzuheizen. Laut dem Bericht unterhält Eritreas Regierung enge Beziehungen zur TPLF.
Mit der Einsetzung der Übergangsregierung versucht Addis Abeba nun, die politische Kontrolle in Tigray neu zu ordnen. Ob das gelingt, dürfte vor allem davon abhängen, ob sich die Sicherheitslage stabilisiert und der festgefahrene Friedensprozess wieder in Bewegung kommt.
Quelle: ORF