Taiwan plant Rüstungsplus
Taiwan will seine Verteidigungsausgaben 2027 laut einem Bericht um 16 Prozent anheben. Der Wehretat würde damit erstmals über 1 Billion Taiwan-Dollar liegen – vor dem Hintergrund des Drucks aus China.

Taiwan will seinen Verteidigungshaushalt im kommenden Jahr deutlich ausbauen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Central News Agency berichtet, plant die Regierung für 2027 eine Erhöhung der Militärausgaben um 16 Prozent. Damit würde der Wehretat erstmals die Schwelle von 1 Billion Taiwan-Dollar überschreiten, umgerechnet rund 26,86 Milliarden Euro.
Hintergrund ist der anhaltende Druck aus China. Peking sieht das demokratisch regierte Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets und droht immer wieder mit einer militärischen Einnahme. Die Führung in Taipeh weist diese Ansprüche jedoch klar zurück.
Budget soll über drei Prozent des BIP liegen
Mit dem geplanten Plus reagiert Taiwan laut Bericht auch auf Forderungen aus den USA. Washington gilt als wichtigster internationaler Partner und Waffenlieferant der Insel und drängt Taipeh seit längerer Zeit dazu, mehr Geld in die eigene Verteidigung zu stecken.
- Geplante Steigerung: 16 Prozent
- Vorstellung des neuen Budgets: 20. August
- Anteil am Bruttoinlandsprodukt: mehr als 3 Prozent
Die Ankündigung fällt in die Zeit der jährlichen Militärübung „Han Kuang“. Präsident Lai Ching-te erklärte bei einem Besuch des Manövers am Wochenende, solche Übungen seien wichtige Erfahrungen und stärkten das Vertrauen des Militärs. Auf Facebook wurde er mit den Worten zitiert, gute Vorbereitung in Friedenszeiten sorge für mehr Stabilität und Stärke.
Spannungen mit Peking bleiben hoch
Die Regierung in Peking verweigert Gespräche mit Lai und bezeichnet ihn als „Separatisten“. Während Taiwan seine Verteidigung ausbauen will, bleibt das Verhältnis zwischen beiden Seiten damit weiter angespannt.
Foto: Wikimedia Commons / 總統府, CC BY 2.0