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Politik12. August 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Streit um längeren Dienst

In Österreich soll der Wehrdienst von sechs auf neun Monate wachsen. Beim Zivildienst plant die Regierung zunächst plus zwei Monate freiwillig, später könnte per Automatismus eine Pflicht zu elf Monaten folgen.

Streit um längeren Dienst

Österreich will seine Regeln für Wehr- und Zivildienst umbauen. Die Regierung in Wien plant, den Grundwehrdienst von sechs auf neun Monate zu verlängern. Hintergrund ist das Ziel, das neutrale Land wehrhafter zu machen. Die zusätzlichen drei Monate sollen nach den Plänen für Truppenübungen genutzt werden.

Zivildienst wird zum Streitpunkt

Besonders heftig wird aber über den Zivildienst diskutiert. Der dauert derzeit neun Monate. Bundeskanzler Christian Stocker hat angekündigt, dass auch hier Änderungen kommen sollen: zunächst zwei Monate länger auf freiwilliger Basis. Falls sich dann zu wenige junge Männer für den Wehrdienst melden, soll laut Regierung ein gesetzlicher Mechanismus greifen, der den Zivildienst verpflichtend auf elf Monate anhebt.

  • Wehrdienst aktuell: 6 Monate
  • Geplant: 9 Monate
  • Zivildienst aktuell: 9 Monate
  • Möglich künftig: 11 Monate

Politisch ist das Vorhaben allerdings noch längst nicht durch. Für solche Änderungen braucht die Regierung in Österreich eine Zweidrittelmehrheit und damit auch Stimmen aus der Opposition. Während die FPÖ sogar noch weitergehende Verlängerungen bei Wehr- und Zivildienst fordert, lehnen die Grünen das klar ab. Ihr Verteidigungssprecher David Stögmüller kritisiert vor allem die Unsicherheit für junge Männer, die nicht wüssten, in welchen Jahrgängen am Ende längere Dienste gelten sollen.

Organisationen beobachten die Pläne

Auch die Einrichtungen, bei denen Zivildienstleistende arbeiten, schauen genau auf die Reform. Beim Roten Kreuz Wien leistet etwa der 20-jährige Leo Evgenidis derzeit seinen Dienst auf dem Rettungswagen und zieht persönlich eine positive Bilanz. Das Rote Kreuz selbst reagiert auf die politischen Pläne vergleichsweise gelassen. Generalsekretär Michael Opriesnig betont vor allem, dass es jetzt endlich eine politische Lösung brauche. Wie lang der Dienst am Ende genau werde, sei für die Organisation nach seinen Worten weniger entscheidend.