Staatspreis für Clemens Setz
Der Grazer Autor Clemens J. Setz ist in Wien mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2026 geehrt worden. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als höchste künstlerische Ehrung der Republik.

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Große Ehre für Clemens J. Setz: Der aus Graz stammende, heute in Wien lebende Schriftsteller ist am Donnerstag mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2026 ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung in der Wiener Innenstadt wurde Setz zugleich in den Kunstsenat aufgenommen. Kulturminister Andreas Babler überreichte die Urkunde und betonte die besondere Kraft von Literatur für den Blick auf die Welt.
Die Feier fand im ehemaligen Kassensaal der Länderbank statt und hatte einen auffallend lockeren Ton. Das Trio aus Harri Stojka, Claudius Jelinek und Uli Permanschlager sorgte mit Stücken von Django Reinhardt, John Lennon und Paul McCartney sowie Kompositionen von Stojka und Werner Müller für den musikalischen Rahmen. Zwischen den Musikpassagen gab es kurze Reden und Würdigungen.
Preis mit Gewicht
Im Namen des Kunstsenats hob Anna Baar hervor, dass die Staatspreisträgerinnen und -träger vor allem durch Experimentierfreude und den Mut zum Neuen auffielen. Babler erinnerte daran, dass der Preis jährlich abwechselnd in den Sparten Architektur, Musik, Bildende Kunst und Literatur vergeben wird. Der Kunstsenat selbst schlägt die Preisträger vor. Die wichtigsten Fakten:
- Dotierung: 30.000 Euro
- Auszeichnung: höchste künstlerische Ehrung der Republik
- Vergabe: jährlich in Rotation über vier Kunstsparten
Laudator Sebastian Fasthuber bezeichnete Setz als einen Autor, der Gegensätze und unterschiedliche Welten miteinander verbinde. Setz selbst zeigte sich bei der Ehrung nach eigenen Worten nervös, vor allem wegen der Anwesenheit des Gitarristen Harri Stojka. Zugleich sprach er auch über den Widerspruch zwischen staatlicher Auszeichnung und künstlerischem Protest: Erst am Morgen habe er als neuer Mitarbeiter der Universität für Angewandte Kunst einen Aufruf erhalten, gegen Kürzungen des Unibudgets zu demonstrieren.
Eine Karriere voller Preise
Setz wurde am 15. November 1982 in Graz geboren, studierte zunächst Mathematik und Germanistik auf Lehramt und widmete sich später ganz dem Schreiben. Seit seinem Debütroman „Söhne und Planeten“ im Jahr 2007 folgte eine lange Reihe beachteter Bücher und Auszeichnungen. Dazu zählen unter anderem:
- Ernst-Willner-Preis 2008
- Bremer Literaturpreis für „Die Frequenzen“
- Preis der Leipziger Buchmesse und Kleist-Preis für „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“
- Georg-Büchner-Preis 2021
- Österreichischer Buchpreis 2023 für „Monde vor der Landung“
Quelle: ORF