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Promis21. Oktober 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Alice Schwarzer stoppt „Emma“

Nach 50 Jahren ist Schluss: Alice Schwarzer stellt ihr feministisches Magazin „Emma“ ein. Die letzte Ausgabe erscheint am 8. Dezember, wirtschaftliche Gründe nennt die 83-Jährige dafür nicht.

Alice Schwarzer stoppt „Emma“

Foto: Wikimedia Commons / Superbass, CC BY-SA 4.0

Nach einem halben Jahrhundert endet eine prägende Stimme des deutschen Feminismus: Alice Schwarzer stellt ihr Magazin „Emma“ ein. Wie die 83-jährige Frauenrechtlerin laut dpa mitteilte, soll die Ausgabe vom 8. Dezember die letzte sein.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Begründung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur seien wirtschaftliche Gründe nicht ausschlaggebend. Schwarzer erklärte demnach, man höre auf, weil aus ihrer Sicht der Zeitpunkt gekommen sei. Zugleich verwies sie darauf, dass das Magazin über Jahrzehnte hinweg Haltung gezeigt und auch innerhalb feministischer Debatten klar Stellung bezogen habe.

50 Jahre feministische Publizistik

„Emma“ wurde von Schwarzer gegründet und erschien erstmals am 26. Jänner 1977. Damit war das Blatt über drei Generationen hinweg präsent. Die Zeitschrift wurde zu einem festen Namen in der Debatte über Frauenrechte und gesellschaftliche Rollenbilder in Deutschland.

  • Gründung durch Alice Schwarzer
  • Erstausgabe am 26. Jänner 1977
  • Letzte Ausgabe am 8. Dezember 2026

Der Ursprung der Idee

Ihr ursprüngliches Motiv schilderte Schwarzer rückblickend so: Auslöser sei für sie die Frauenfeindlichkeit in den aus ihrer Sicht von Männern geprägten Medien gewesen. Daraus habe sie den Schluss gezogen, dass Journalistinnen ein eigenes Magazin und eine eigene Stimme bräuchten.

Mit dem Ende von „Emma“ schließt sich damit ein langes Kapitel deutscher Medien- und Feminismusgeschichte. Nach 50 Jahren verschwindet ein Heft, das über Jahrzehnte hinweg nicht nur berichtet, sondern immer wieder selbst Teil der öffentlichen Auseinandersetzung war.

Quelle: ORF