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Politik4. August 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Selenskyj setzt auf Herbstfrieden

Ukrainens Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Druck auf Russland bis zum Herbst erhöhen, um ein Kriegsende zu erreichen. Gleichzeitig bereitet er das Land in Kiew wegen anhaltender Angriffe auf einen weiteren Kriegswinter vor.

Selenskyj setzt auf Herbstfrieden

Wolodymyr Selenskyj macht Druck auf Moskau - und setzt dabei auf ein enges Zeitfenster. Vor ukrainischen Botschaftern in Kiew erklärte der Präsident, dass bis zum Herbst genügend Druck aufgebaut werden solle, damit Russland einem Ende des Krieges zustimmt. Einen genauen Zeitpunkt nannte er aber nicht.

Nach seinen Angaben soll dafür mehreres zusammenkommen: ukrainische Drohnenangriffe auf mittlere und weite Distanz, Sanktionen aus dem Ausland und diplomatische Initiativen. Eine 40-tägige Phase von Geheimdienstaktionen läuft an diesem Dienstag aus. In diesen Zeitraum fielen unter anderem Angriffe auf Logistikzentren des russischen Online-Händlers Wildberries.

Druck auf mehreren Ebenen

Ein weiterer Teil der Strategie sind militärische Abkommen mit Partnerstaaten. Dabei geben ukrainische Fachleute ihr Wissen zur Drohnentechnologie weiter, während die Ukraine im Gegenzug Geld für die eigene Rüstungsproduktion erhält. Laut Selenskyj gibt es dafür bereits Abkommen mit neun Ländern, weitere Gespräche laufen.

  • Drohnenangriffe auf größere Distanz
  • Sanktionen und diplomatische Bemühungen
  • Kooperationen zur Finanzierung der Rüstung

Angriffe gehen weiter

Trotz der Hoffnung auf Bewegung an der Frontlage bleibt die Realität brutal. In der Südostukraine wurden bei einem Angriff auf eine Tankstelle nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt. In Saporischschja schlugen nach Angaben des Regionalgouverneurs binnen 90 Minuten acht Gleitbomben in Wohngebieten ein. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt.

Auch auf russischer Seite meldeten die Behörden Tote nach ukrainischen Gegenangriffen: Im Gebiet Krasnodar kamen demnach sechs Menschen ums Leben, auf der von Russland annektierten Krim stieg die Zahl der Toten auf vier. Weil aus Moskau weiter kein Einlenken erkennbar ist, stimmt Selenskyj seine Diplomaten zugleich auf einen weiteren Kriegswinter ein. Ihre Aufgabe sei es nun, bei Partnern technische Hilfe und Waffen zu organisieren.