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Politik12. August 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Selenskyj schlägt Alarm

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA neue Vorschläge für ein Kriegsende übergeben. Zugleich warnt er vor einer möglichen neuen russischen Mobilmachung noch in diesem Herbst.

Selenskyj schlägt Alarm

Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben der US-Seite neue Vorschläge für ein Ende des Kriegs mit Russland übermittelt. Der ukrainische Präsident sprach in seiner nächtlichen Videoansprache von einem neuen Anlauf in den festgefahrenen Friedensgesprächen. Details nannte er nicht. Nach seinen Worten könnten die USA vor allem bei der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung helfen und zugleich mehr Druck auf Moskau ausüben.

Neuer Vorstoß bei den Friedensgesprächen

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem mögliche Besuche amerikanischer Unterhändler in Russland und in der Ukraine im Raum stehen. Selenskyj verband seinen Vorstoß mit der Forderung, dass internationale Bemühungen auf ein tatsächliches Kriegsende zielen müssten - und nicht auf eine Verlängerung des Konflikts. Wie genau sein Plan aussieht, ließ er offen.

Warnung vor Rekrutierung im Herbst

Zugleich erneuerte Selenskyj einen schweren Vorwurf gegen den Kreml. Er sagte, Wladimir Putin bereite für den Herbst eine groß angelegte Mobilisierung vor, direkt nach der russischen Parlamentswahl im September. Dabei berufe sich Kyjiw laut Selenskyj auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es demnach um mehrere Hunderttausend Menschen, für das kommende Jahr noch einmal um eine ähnliche Größenordnung.

  • Russlands Parlamentswahl ist für den 18. bis 20. September angesetzt.
  • Der Kreml weist die Vorwürfe zurück und spricht von Gerüchten und Provokationen.
  • Selenskyjs Angaben lassen sich laut Quelle derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Moskau bestreitet eine bevorstehende Mobilmachung entschieden. Ex-Kremlchef Dmitrij Medwedew erklärte, solche Berichte sollten die Lage in Russland vor der Wahl destabilisieren. Gleichzeitig steht das Land innenpolitisch unter Beobachtung: Erst kurz zuvor war mit Jabloko die einzige Partei von der Duma-Wahl ausgeschlossen worden, die den Angriffskrieg offen ablehnt. Beobachter diskutieren dennoch weiter, ob es in diesem Herbst tatsächlich zu einer neuen Mobilisierungswelle kommen könnte.