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Politik13. August 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Sambia wählt in der Preisfalle

In Sambia wird ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt. Amtsinhaber Hakainde Hichilema gilt nach Reformen und wirtschaftlicher Erholung als Favorit, doch hohe Preise und fehlende Jobs belasten viele Menschen.

Sambia wählt in der Preisfalle

Sambia steht vor einer wichtigen Wahl: In dem Land im südlichen Afrika werden ein neuer Präsident und ein neues Parlament bestimmt. Die Hauptstadt Lusaka ist kurz davor voll mit Wahlplakaten, während die Parteien um letzte unentschlossene Stimmen kämpfen. Als Favorit gilt Amtsinhaber Hakainde Hichilema, der seinen bisherigen Reformkurs fortsetzen will.

Politisch gilt das Land mit rund 20 Millionen Einwohnern als vergleichsweise stabile Demokratie in einer oft krisenhaften Region. In Sambia leben mehr als 70 ethnische Gruppen weitgehend friedlich zusammen, und friedliche Machtwechsel hat es bereits mehrfach gegeben. Das unterscheidet das Land von vielen Nachbarn in der Region.

Erholung nach der Schuldenkrise

Als Hichilema 2021 die Wahl gewann, steckte Sambia tief in einer Schuldenkrise und war faktisch bankrott. Die Regierung handelte daraufhin mit dem Internationalen Währungsfonds und weiteren Partnern eine Umschuldung aus. Seitdem hat sich die Wirtschaft wieder etwas stabilisiert: Vor allem Einnahmen aus Kupfer und anderen Rohstoffen helfen, außerdem ist die Inflation so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

  • Umschuldung mit internationalen Partnern
  • härterer Kurs gegen Korruption
  • mehr Transparenz im Staatshaushalt
  • kostenfreier Zugang zu Bildung

Viele spüren die Krise weiter

Trotz dieser Fortschritte kommt die Erholung nach Ansicht vieler Bürger im Alltag noch nicht ausreichend an. Lebensmittel, Strom, Treibstoff und Transport sind teurer geworden, während viele Löhne nicht mithalten. Dazu kommt ein anhaltender Mangel an Arbeitsplätzen, besonders für junge Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt weiterhin unterhalb der Armutsgrenze.

Die Regierung verweist auf Sozialprogramme und öffentliche Beschäftigungsprojekte, bei denen Menschen für einfache Arbeiten bezahlt werden. Für einige Familien hat sich dadurch der Alltag verbessert, vor allem durch die gebührenfreie Schule. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung vieler Wähler auf Veränderung bestehen. Genau darin liegt die Spannung dieser Wahl: Ein Präsident, der als Favorit ins Rennen geht, trifft auf ein Land, in dem Reformen zwar sichtbar sind, aber hohe Preise und Armut weiter den Ton angeben.