Rumänien schießt Drohnen ab
Rumänien reagiert schärfer auf russische Drohnen an der Grenze zur Ukraine. Innerhalb von vier Tagen gab es mehrere Vorfälle, drei Abschüsse durch F-16-Jets und eine diplomatische Eskalation in Bukarest.

Rumänien geht nach mehreren Drohnenvorfällen an seiner Grenze zur Ukraine sichtbar entschlossener vor. Innerhalb weniger Tage wurden laut Verteidigungsministerium drei Drohnen abgeschossen, dazu kam ein weiterer kurzer Luftraumverstoß. Die Einsätze spielten sich im Osten des Landes und über dem Schwarzen Meer ab - also in direkter Nähe zu einem NATO-Staat, der den Krieg in der Ukraine längst nicht mehr nur aus der Distanz erlebt.
Drei Abschüsse in drei Tagen
Am 25. Juli wurde nach rumänischen Angaben zunächst eine Drohne im Landesinneren nordöstlich von Bukarest abgeschossen. Wenige Stunden später folgte ein weiterer Abschuss im Donaudelta nahe Sfantu Gheorghe, nur rund 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Präsident Nicusor Dan erklärte, es habe weder Verletzte noch Schäden gegeben. Entscheidend sei gewesen, dass das betroffene Gebiet unbewohnt war.
Am darauffolgenden Sonntag meldete Rumänien dann einen dritten Abschuss, diesmal über dem Schwarzen Meer. Einen Tag später drang noch eine vierte Drohne kurz in den rumänischen Luftraum ein, flog aber weiter Richtung Ukraine und wurde nicht bekämpft. Nach Angaben des Präsidenten kam die Generalstaatsanwaltschaft bei den Untersuchungen zu dem Schluss, dass es sich bei der ersten abgeschossenen Drohne um ein Modell der iranischen Firma Shahed handelte, das von Russland im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wird.
Bukarest erhöht den Druck auf Moskau
Die Reaktion blieb nicht auf das Militärische beschränkt. Die kommissarisch regierte Führung in Bukarest verschärfte auch den diplomatischen Ton. Interims-Außenministerin Oana Toiu ließ den russischen Botschafter einbestellen. Im Außenministerium seien ihm Trümmerteile der Drohne sowie Untersuchungsergebnisse vorgelegt worden. Zugleich verwies Rumänien einen weiteren russischen Diplomaten des Landes.
- Ende Mai war bereits eine Drohne in ein Wohnhaus in Galati eingeschlagen.
- Damals machte Rumänien Russland für den Vorfall verantwortlich.
- Schon damals war außerdem der russische Generalkonsul in Constanta ausgewiesen und das Konsulat geschlossen worden.
Damit macht Bukarest klar: Weitere Verletzungen des eigenen Luftraums will man nicht mehr nur registrieren, sondern sowohl militärisch als auch diplomatisch beantworten. Die Regierung verweist dabei ausdrücklich darauf, dass es nicht nur um rumänischen, sondern auch um den Luftraum von NATO und EU geht.