Neuer Marinehafen für Emden
Die Bundeswehr will ihren neuen Marinehafen in Emden bauen. An der niedersächsischen Nordseeküste sollen bis Anfang der 2030er Jahre ein Stützpunkt mit bis zu 2000 Dienstposten und viel neue Infrastruktur entstehen.

Foto: Matthias Süßen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Entscheidung ist gefallen: Emden soll neuer Standort für einen Marinehafen der Bundeswehr werden. Das Verteidigungsministerium hatte monatelang verschiedene Orte geprüft. Nun fiel die Wahl auf die Hafenstadt an der niedersächsischen Nordseeküste. Verteidigungsminister Boris Pistorius begründet den Schritt mit der günstigen Lage: Von dort aus seien der Atlantik und der Hohe Norden schnell erreichbar.
Zweiter Hafen für die Nordsee
Geplant ist, bis Anfang der 2030er Jahre einen neuen Marinestützpunkt aufzubauen. Dort könnten bis zu 2000 Dienstposten entstehen. Hintergrund ist laut Pistorius, dass die Marine wächst und mehr Schiffe, Boote, Unterkünfte und Liegeplätze braucht. Der neue Standort soll außerdem dazu beitragen, die Abschreckungs- und Einsatzfähigkeit Deutschlands und der NATO zu stärken.
Aus Sicht von Fachleuten spricht vor allem das Platzangebot für Emden. Gerade an der Küste seien geeignete Bauflächen knapp, in Emden aber stünden größere freie Flächen bereit. Das Verteidigungsministerium geht von einem Bedarf von bis zu 450 Hektar aus. Sicherheitsexperte Johannes Peters vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel sieht darin die Chance, einen Marinehafen nach heutigen Sicherheitsanforderungen neu zu entwickeln.
Entlastung für Wilhelmshaven
Bislang gibt es an der deutschen Nordseeküste nur einen Marinehafen: Wilhelmshaven. Genau das gilt aus strategischer Sicht als Schwachpunkt. Ein zweiter Standort soll mehr Ausweichmöglichkeiten schaffen, falls wichtige Infrastruktur im Ernstfall ausfällt. Gleichzeitig würde Emden den bestehenden Stützpunkt ergänzen und entlasten, der ebenfalls ausgebaut wird.
- Standort: Emden an der Emsmündung zur Nordsee
- Ziel: neuer Marinestützpunkt bis Anfang der 2030er Jahre
- Umfang: bis zu 2000 Dienstposten und bis zu 450 Hektar Fläche
Für Emden ist das auch ein Stück Rückkehr zur alten Rolle. Bis 1997 war die Stadt bereits Bundeswehr-Standort, nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde dieser jedoch aufgegeben. Heute ist der Seehafen vor allem als wirtschaftlicher Motor Ostfrieslands bekannt - unter anderem durch das benachbarte Volkswagen-Werk und den Umschlag von Großteilen für Windparks in der Nordsee.
Quelle: DW Deutsch