Rhein so leer wie nie
Am Rhein sind in NRW mehrere Pegelstände auf Rekordtief gefallen. In Duisburg-Ruhrort, Düsseldorf und Köln wurden historische Niedrigwerte gemessen, die die Schifffahrt zunehmend belasten.

Die anhaltende Trockenheit drückt die Wasserstände auf Deutschlands großen Flüssen immer weiter nach unten. Besonders am Rhein in Nordrhein-Westfalen wurden jetzt neue Negativrekorde registriert. Am Pegel Duisburg-Ruhrort lag der Stand am Sonntagmorgen bei 150 Zentimetern und damit unter dem bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2018. Auch in Düsseldorf wurde mit 22 Zentimetern ein neuer historischer Tiefstand gemessen.
Rekordwerte auch in Köln
Bereits am Samstag war in Köln ein neuer Minusrekord erreicht worden: Dort wurden 67 Zentimeter registriert, ebenfalls weniger als beim bisherigen Tiefstwert im Oktober 2018. Betroffen ist nicht nur der Rhein. Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde führen auch Elbe und Donau vielerorts Niedrigwasser. Kurze Regenschauer sorgen demnach allenfalls vorübergehend für Entlastung.
Für die Schifffahrt wird die Lage zunehmend schwierig. Eine offizielle Sperrung des Rheins ist nach Angaben des Verbands der Deutschen Binnenschifffahrt in der Regel zwar nicht vorgesehen. Dennoch müssen viele Schiffe ihre Ladung deutlich verringern, um die Fahrrinne überhaupt noch passieren zu können. Ob sich eine Fahrt wirtschaftlich noch lohnt, entscheiden die Schiffsführer selbst.
NRW verlangt nationale Taskforce
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer fordert deshalb eine bundesweite Krisenrunde. Aus seiner Sicht braucht es kurzfristig eine nationale Taskforce, um die Transportlage auf den Flüssen zu stabilisieren. Das Thema soll nach seinem Willen auch bei der geplanten Sonder-Verkehrsministerkonferenz behandelt werden.
- Rund 44 Prozent der Rhein-Messstellen melden extrem niedriges Wasser.
- Bei der Elbe sind es zuletzt 16 Prozent.
- An der Donau liegen etwa 78 Prozent der Messstellen im Extrembereich.
Die Aussichten bleiben angespannt: In den kommenden Tagen werden an den großen Flüssen überwiegend weiter sinkende Pegel erwartet. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Niedrigwassersituation ohne nennenswerte Niederschläge weiter ausdehnen und verschärfen dürfte. Solche Phasen sind zwar grundsätzlich nicht ungewöhnlich, treten normalerweise aber erst später im Jahr auf.