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Politik9. August 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Odessa unter Raketenfeuer

Russland hat Odessa in der Nacht mit 17 ballistischen Raketen angegriffen. Laut Wolodymyr Selenskyj wurden acht Menschen verletzt, außerdem zeigt der Angriff erneut die großen Lücken in der ukrainischen Flugabwehr.

Odessa unter Raketenfeuer

Die ukrainische Hafenstadt Odessa ist in der Nacht erneut massiv unter Beschuss geraten. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurden dabei acht Menschen verletzt, zudem entstanden Schäden an Teilen der Hafeninfrastruktur. Die Stadt am Schwarzen Meer ist ein zentraler Umschlagplatz für ukrainische Agrarexporte und damit auch für Lieferketten weit über das Land hinaus wichtig.

Besonders brisant: Laut ARD-Korrespondent Thilko Gläßgen lief in Odessa fast dreieinhalb Stunden Luftalarm. Russland habe die Stadt demnach mit 17 ballistischen Raketen angegriffen. Keine davon sei abgefangen worden. Damit werde erneut deutlich, wie verwundbar die Ukraine derzeit bei Angriffen mit dieser Raketenart ist.

Flugabwehr bleibt ein kritischer Punkt

Selenskyj fordert seit Längerem mehr Hilfe der westlichen Verbündeten, vor allem zusätzliche Patriot-Raketen zur Abwehr ballistischer Angriffe. Laut Gläßgen steht zwar eine neue Lieferung aus den USA bevor, sie dürfte nach Einschätzung aus Kiew aber nicht ausreichen. Schätzungen zufolge benötigt die Ukraine monatlich mindestens 140 Raketen dieses Typs. Zugleich berichten US-Medien, dass auch die amerikanischen Reserven nach dem Iran-Krieg begrenzt seien.

  • Odessa: 8 Verletzte und Schäden an der Hafeninfrastruktur
  • Charkiw: 2 Tote und mindestens 21 Verletzte nach Angriff auf Wohngebäude
  • Odessa: Nahverkehr am Vormittag weiter gestört, großflächige Stromausfälle

Auch Charkiw und Sumy betroffen

Nicht nur Odessa war Ziel russischer Angriffe. Der ukrainische Rundfunk meldete einen Treffer auf Wohnhäuser in Charkiw, bei dem zwei Menschen getötet und mindestens 21 weitere verletzt worden seien. Nach russischer Darstellung wurden außerdem der Hafen von Tschornomorsk südlich von Odessa sowie Treibstofflager in der Umgebung attackiert. Auch aus der Region Sumy meldete Moskau Angriffe auf Ölförderanlagen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.

Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0