Neue Vorwürfe gegen Russen-Haus
Das Russische Haus in Berlin gerät erneut unter Druck. Französische Behörden bezeichnen die Einrichtung laut vorliegenden Unterlagen als Tarnung für russische Geheimdienste.

Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin steht erneut im Zentrum einer politischen Debatte. Nach Informationen, über die WDR und Süddeutsche Zeitung berichten, stufen französische Behörden die Einrichtung in internen Unterlagen als Tarnung für russische Geheimdienste ein. Das Kulturzentrum in der Berliner Friedrichstraße ist seit Jahren umstritten und wird von der russischen Staatsagentur Rossotrudnitschestwo betrieben.
Brisante Passage aus Frankreich
Auslöser ist demnach eine Ausweisungsanordnung gegen Xenia Fedorova, die frühere Chefin von RT France. Die französische Regierung wirft der 45-Jährigen vor, Kreml-Propaganda verbreitet und gezielt Desinformation eingesetzt zu haben, um Gesellschaften in Europa zu spalten. Bekannt wurde zuletzt auch, dass Paris ihre Ausweisung angeordnet und ihr Vermögen für sechs Monate eingefroren hat. Ein Gericht bestätigte diese Entscheidung inzwischen.
In den Unterlagen soll zudem stehen, dass Fedorova zuletzt die Leitung des Russischen Hauses in Berlin angestrebt habe. Nach Darstellung des französischen Innenministeriums diene die Arbeit der Einrichtung auch dazu, die russische Diaspora auf Linie mit der Politik aus Moskau zu halten. Besonders heikel ist dabei der Vorwurf, das Haus werde von russischen Nachrichtendiensten als Deckmantel genutzt.
Kulturzentrum mit politischer Sprengkraft
Offiziell präsentiert sich das Haus als Ort für Sprache, Wissenschaft und kulturellen Austausch. Im Gebäude gibt es unter anderem Ausstellungen, Konzerte, Sprachkurse und weitere Veranstaltungen. Laut eigener Darstellung will die Einrichtung deutsche Besucher mit russischer Kultur vertraut machen und zugleich in Deutschland lebende Russen bei ihrer kulturellen Identität unterstützen.
- Eröffnung des Hauses: 1984
- Standort: Berliner Friedrichstraße
- Betreiber: russische Agentur Rossotrudnitschestwo
Das Russische Haus verweist auf Anfrage auf seinen rein kulturellen Auftrag und auf ein weiterhin geltendes bilaterales Regierungsabkommen zwischen Deutschland und Russland. Gleichzeitig könnte der neue Vorwurf aus Frankreich den Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Denn die Betreiberagentur wurde bereits 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine von der EU sanktioniert.
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