Neue Tote trotz Gaza-Plan
Im Gazastreifen sind am Wochenende nach palästinensischen Angaben mindestens 17 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden. Die kurze Hoffnung nach Donald Trumps Ankündigung zur Entwaffnung der Hamas ist damit neuer Resignation gewichen.

Im Gazastreifen ist die Hoffnung auf Entspannung erneut schwer erschüttert worden. Nach palästinensischen Angaben kamen am Wochenende bei mehreren Angriffen der israelischen Armee mindestens 17 Menschen ums Leben. Unter den Opfern sollen auch zwei Kinder sein. Die israelische Armee erklärte, die Attacken hätten Kämpfern der Hamas gegolten.
Besonders eindrücklich sind Bilder aus Deir al-Balah im Zentrum des Gazastreifens: Zu sehen ist ein völlig zerstörtes Auto, aufgebrachte Menschen stehen um das Wrack, einige filmen, andere klettern hinein. Sanitäterangaben zufolge wurden dort zwei Menschen getötet. Ein Anwohner, der nach eigenen Worten als Vertriebener in einer Schule untergebracht war, schilderte die Lage als zutiefst ungerecht und verwies auf die Verzweiflung der Menschen vor Ort.
Kurze Hoffnung, schneller Rückschlag
Erst am Freitag hatte Donald Trump erklärt, die Hamas habe einer Entwaffnung zugestimmt. Vermittler legten dazu einen ersten Fahrplan vor. Demnach sollte sich Israel im Gegenzug schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen. Zudem war eine palästinensische Übergangsverwaltung vorgesehen, abgesichert durch eine internationale Truppe. Viele Menschen in Gaza verbanden damit offenbar die Hoffnung auf mehr Sicherheit und ein Ende der Gewalt.
- Trump kündigte eine Entwaffnung der Hamas an.
- Vermittler stellten einen ersten Fahrplan vor.
- Am Wochenende folgten erneut tödliche Angriffe.
Israel äußert Sicherheitsbedenken
Von dieser vorsichtigen Zuversicht ist nun kaum etwas übrig. Zwar gilt seit Oktober vergangenen Jahres eigentlich eine Waffenruhe, doch beide Seiten werfen sich regelmäßig Verstöße vor. Zu dem von Trump angekündigten Plan hat sich Israel bislang nicht offiziell festgelegt. Ein Sprecher von Premierminister Benjamin Netanjahu sagte lediglich, Israel habe den USA seine ernsthaften Sicherheitsbedenken übermittelt.
Für viele Menschen im Gazastreifen überlagert damit wieder der Kriegsalltag jede politische Ankündigung. Die neue Gewalt am Wochenende zeigt, wie groß die Distanz zwischen diplomatischen Vorstößen und der Realität vor Ort weiterhin ist.