Neue Kämpfe in Tigray
Im Norden Äthiopiens sind nach Angaben der TPLF erneut Gefechte mit Regierungstruppen ausgebrochen. Im Westen der Region Tigray nahe der Grenze zum Sudan soll auch schwere Artillerie im Einsatz sein.

Im Norden Äthiopiens ist die Sorge vor einer neuen Eskalation des Konflikts in Tigray gewachsen. Nach Angaben der Rebellenbewegung TPLF kam es am frühen Morgen im Ort Shererina im Westen der Region zu Kämpfen mit Regierungstruppen. Das Gebiet liegt nahe der Grenze zum Sudan.
Der stellvertretende TPLF-Vorsitzende Amanuel Assefa erklärte laut AFP, die äthiopische Regierung habe einen Angriff auf die Streitkräfte von Tigray begonnen. Demnach dauerten die Gefechte zunächst an. Laut seinen Angaben wurde dabei auch schwere Artillerie eingesetzt.
Umkämpfte Region im Westen
Der Schauplatz der Kämpfe ist politisch besonders heikel: Der Westen von Tigray wird von Nationalisten aus der benachbarten Region Amhara kontrolliert. Dort verlaufen seit Langem tiefe Konfliktlinien, die auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs nicht verschwunden sind.
- Ort der Gefechte: Shererina im Westen von Tigray
- Lage: nahe der Grenze zum Sudan
- Kontrolle über das Gebiet: Nationalisten aus Amhara
Angst vor neuem Flächenbrand
Eigentlich war der Krieg im Norden des Landes Ende 2022 beendet worden. Der Konflikt zwischen der äthiopischen Armee und der TPLF hatte nach Angaben der Afrikanischen Union zwischen November 2020 und November 2022 mindestens 600.000 Menschen das Leben gekostet.
Trotz des Friedensschlusses blieb die Lage angespannt. Die TPLF ist weiterhin verboten. Die Regierung in Addis Abeba wirft der Gruppe vor, sich Eritrea angenähert zu haben und aktiv einen Krieg gegen Äthiopien vorzubereiten. Die nun gemeldeten Kämpfe dürften die Furcht verstärken, dass der tödliche Konflikt erneut aufflammen könnte.