Neue Gewalt im Südlibanon
Im Südlibanon eskaliert die Lage trotz Waffenruhe erneut. Bei israelischen Angriffen starben laut ORF insgesamt 11 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, während neue Verhandlungen für Anfang September auf der Kippe stehen.

Im Südlibanon spitzt sich die Lage trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe weiter zu. Nach Angaben des ORF kamen bei israelischen Angriffen am Samstag elf Menschen ums Leben. Israel meldete darunter zwei getötete Kommandeure der Hisbollah, gleichzeitig wurden laut libanesischem Gesundheitsministerium auch Zivilisten getötet, darunter drei Kinder und zwei Frauen.
Angriffe, Tote und gegenseitige Vorwürfe
Die israelische Armee erklärte, mit Abu Hassan Alaa ein Mitglied der Badr-Einheit und mit Ali Samir al-Hadsch Hassan ein Mitglied der Eliteeinheit Radwan angegriffen zu haben. Besonders schwer wog der Treffer auf ein Wohnhaus in Ansar: Dort sollen sieben Menschen getötet worden sein. Israel teilte mit, erst nach dem Angriff erfahren zu haben, dass sich Hassans Familie im Gebäude befand.
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warf der Hisbollah vor, Zivilisten bewusst in Gefahr zu bringen. Die Miliz wies das zurück, machte wiederum Netanjahu für den Tod libanesischer Zivilisten verantwortlich und kündigte Vergeltung an. Auch von libanesischer Seite kam scharfe Kritik, während die Vereinten Nationen den Schutz von Kindern und anderen Zivilisten anmahnten.
Verhandlungen wackeln
Die neue Eskalation belastet auch die diplomatischen Bemühungen. Für Anfang September sind neue Gespräche geplant, doch ob diese unter den aktuellen Umständen stattfinden, ist offen. Zusätzlich gerät laut ORF auch ein USA-Iran-Abkommen ins Wanken, das den Libanon einschließt.
- Israel spricht von Angriffen auf zwei Hisbollah-Kommandeure.
- Im Südlibanon starben insgesamt elf Menschen.
- Neue Verhandlungen sind für Anfang September vorgesehen.
- Die Hisbollah lehnt eine Entwaffnung weiter ab.
Brisant ist auch der Hintergrund der jüngsten Kämpfe: Die Hisbollah hatte den Libanon nach Beginn des Iran-Kriegs mit Raketenangriffen auf Israel hineingezogen. Israel reagierte mit Angriffen und einer Bodenoffensive, bei der laut ORF mehr als 4.000 Menschen getötet wurden. Eine im Juni vereinbarte Perspektive auf Frieden und Sicherheit wird damit erneut massiv belastet.
Foto: Wikimedia Commons / Avi Ohayon, CC BY-SA 3.0
Quelle: ORF