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Politik2. August 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Neue Brücke schürt Kriegsangst

Russland und Nordkorea bauen an ihrer kurzen gemeinsamen Grenze eine neue Straßenbrücke. In der Ukraine wächst die Sorge, dass sie nicht nur dem Handel dient, sondern auch für Militärtransporte genutzt werden könnte.

Neue Brücke schürt Kriegsangst

Im russischen Grenzort Khasan entsteht derzeit eine neue Verbindung nach Nordkorea – und zwar deutlich schneller als ursprünglich erwartet. Die Siedlung mit weniger als 500 Einwohnern liegt ganz im Südosten Russlands an der nur 17 Kilometer langen Grenze zu Nordkorea. Bisher gab es dort lediglich eine Bahnverbindung über den Grenzfluss Tumen, die seit 1959 in Betrieb ist. Nun wird wenige hundert Meter daneben eine Straßenbrücke gebaut.

Kyjiw blickt nervös auf die Baustelle

Besonders in der Ukraine sorgt das Projekt für Unruhe. Dort wird befürchtet, dass Russland die neue Route nicht nur für Warenverkehr nutzen könnte, sondern womöglich auch für den verdeckten Transport nordkoreanischer Soldaten an die Front. Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges 2022 haben sich Moskau und Pjöngjang politisch und militärisch deutlich angenähert.

Ein wichtiger Schritt war das im Juni 2024 geschlossene strategische Partnerschaftsabkommen zwischen Wladimir Putin und Kim Jong Un. Laut dem Bericht ging es dabei vor allem um eine engere militärische Zusammenarbeit. Dazu zählen umfangreiche Waffenlieferungen aus Nordkorea, aber auch der Einsatz nordkoreanischer Soldaten für Russlands Krieg gegen die Ukraine. Parallel dazu wurde auch der Bau der neuen Straßenbrücke beschlossen.

Offiziell Handel, praktisch viele Fragen

Russlands Verkehrsminister Andrej Nikitin stellt das Projekt als wirtschaftlichen Impuls für die Region dar. Auch das US-Analysehaus CSIS wertet das hohe Bautempo und die starke Nutzung der Rangierbahnhöfe als Zeichen für einen wachsenden Austausch zwischen beiden Ländern. Gleichzeitig gibt es Zweifel, ob zivile Zwecke tatsächlich im Vordergrund stehen.

  • Offizielles Handelsvolumen 2024: 34 Millionen US-Dollar
  • Geschätzte Baukosten für Brücke und Umfeld: rund 100 Millionen Dollar
  • Auf Satellitenbildern zu sehen: Lagerhallen, Zollanlagen, LKW-Parkplätze und ein Hubschrauberlandeplatz

Gerade diese Dimensionen nähren die Skepsis. Denn gemessen am offiziell eher kleinen Handelsvolumen wirkt das Projekt außergewöhnlich groß. Die neue Brücke könnte deshalb weit mehr sein als nur ein Infrastrukturvorhaben an einem abgelegenen Grenzfluss.

Foto: Wikimedia Commons / Gregor Tatschl from Österreich, CC BY-SA 2.0