JETZT LIVE
Politik9. September 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Netanjahu droht mit Klage

Israels Premier Benjamin Netanjahu will nach einem Bericht über eine angeblich ignorierte Hamas-Warnung im Herbst 2023 gegen die Zeitung Haaretz klagen. Der Vorwurf kommt kurz vor der Parlamentswahl in Israel besonders brisant daher.

Neuer Ärger für Benjamin Netanjahu: Israels Premierminister hat angekündigt, gegen die Zeitung Haaretz und den Autor Schlomi Eldar juristisch vorzugehen. Hintergrund ist ein Bericht, wonach Netanjahu im Herbst 2023 vor einem großangelegten Angriff der Hamas gewarnt worden sein soll - diese Warnung aber offenbar nicht weitergegeben oder ernst genommen habe.

Warnung aus Abu Dhabi?

Laut dem Zeitungsbericht soll der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed, Netanjahu rund eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 telefonisch kontaktiert haben. Demnach habe er auf Pläne des damaligen Hamas-Chefs Jihia Sinwar für eine große Offensive gegen Israel hingewiesen. Als Quelle nennt der Bericht einen Berater des emiratischen Präsidenten; außerdem sollen drei hochrangige ausländische Regierungsvertreter über den Inhalt des Gesprächs informiert worden sein.

Haaretz schreibt weiter, Netanjahu habe trotz der persönlichen Warnung die israelischen Sicherheitschefs nicht unterrichtet und auch sonst nichts mit den Informationen unternommen. Bin Zayed habe ihn demnach gedrängt, die Lage ernst zu nehmen und sich auf einen Angriff vorzubereiten. Netanjahu habe jedoch vergleichsweise gelassen reagiert und erklärt, Israel sei für jedes Szenario vorbereitet.

Netanjahu weist alles zurück

Der Regierungschef bestreitet die Darstellung entschieden. Auf X erklärte er, zwischen Anfang September und dem 7. Oktober 2023 habe es kein Gespräch mit dem emiratischen Präsidenten gegeben. Sein Büro hatte den Bericht bereits zuvor zurückgewiesen. Jetzt sollen seine Anwälte eine Klage wegen Verleumdung vorbereiten.

  • Vorwurf: Warnung vor Hamas-Angriff ignoriert
  • Dementi: Netanjahu bestreitet das Telefonat
  • Folge: angekündigte Verleumdungsklage gegen Haaretz

Besonders heikel ist die Veröffentlichung auch wegen der anstehenden Parlamentswahl in Israel im Oktober. Netanjahu bezeichnete die Geschichte als falsch und als Teil eines linken Wahlkampfs. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten sich zu Berichten und Spekulationen über mögliche Gespräche zwischen Regierungschefs nicht äußern.

Quelle: Tagesschau