Moskau stört Starlink-Drohnen
Russland setzt laut ukrainischen Angaben ein neues Störsystem gegen Starlink-gesteuerte Drohnen ein. Die Anlage soll auf rund 20 Quadratkilometern wirken, ist aber wegen ihrer starken Signale selbst leicht aufzuspüren.

Im Krieg gegen die Ukraine versucht Russland offenbar, einen wichtigen Vorteil der Gegenseite auszuhebeln: günstige, über Starlink gesteuerte Drohnen, die Ziele weit hinter den russischen Linien angreifen können. Besonders betroffen ist nach Angaben aus Kiew der Bereich zwischen etwa 25 und 200 Kilometern hinter der Front, in dem ukrainische Drohnen immer wieder Logistik, Konvois und Lager ins Visier nehmen.
Neues System gegen Satellitenverbindung
Der ukrainische Experte und Regierungsberater Serhij Beskrestnow, bekannt unter dem Namen „Flash“, berichtet von einem russischen System namens „Wolna Kupol Garant“. Dabei soll es sich um mehrere schwenkbare Parabolantennen auf Anhängern handeln. Laut Beskrestnow decken acht Antennen jeweils Teile des Frequenzbereichs zwischen 14 und 14.5 Gigahertz ab – genau dort, wo auch Starlink-Terminals Daten an Satelliten senden.
Das Ziel ist demnach nicht, Satelliten auszuschalten, sondern ihre Verbindung mit den Terminals zu überlagern. Wenn das Störsignal stark genug ist, kann die reguläre Kommunikation ins Wanken geraten. Schon kurze Unterbrechungen reichen laut Bericht aus, damit eine Drohnenmission scheitert. Nach Einschätzung Beskrestnows kann ein einzelnes System Starlink auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern beeinträchtigen.
Wirkung da – aber nur lokal
Unabhängig bestätigen lässt sich die tatsächliche Leistung bislang nicht. Weder SpaceX noch das russische Verteidigungsministerium äusserten sich laut Reuters auf Anfrage dazu. Ukrainische Berichte sprechen jedoch für eine echte Wirkung: Das 422. Regiment für unbemannte Systeme gibt an, bereits zwei solcher Anlagen zerstört zu haben. Nach einem Angriff sagte ein Kommandant laut Reuters, dass mit Starlink ausgerüstete Drohnen danach wieder normal funktioniert hätten.
- Lokale Schutzwirkung statt flächendeckender Blockade
- Starke Störsignale machen die Anlage selbst ortbar
- Kosten laut Beskrestnow: rund 1.5 Millionen Dollar pro System
Gerade darin liegt aber auch die Schwäche der Technik. Um Starlink zu überdecken, muss das System selbst starke elektromagnetische Signale aussenden. Das macht die Anlage leicht aufspürbar. Dazu kommen grosse Antennen und Generatoren, die sie zu einem auffälligen Ziel machen. Entscheidend dürfte deshalb sein, ob Russland genügend dieser Systeme herstellen, verteilen und gleichzeitig schützen kann.