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Politik8. November 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Mord schockt Guatemala

In Guatemala ist der bekannte Anwalt Francisco Solórzano Foppa in einem Fußballstadion erschossen worden. Der Fall gilt als düsteres Signal im Kampf von Präsident Bernardo Arévalo gegen Korruption und kriminelle Netzwerke.

Mord schockt Guatemala

Foto: Wikimedia Commons / Europäische Kommission - Audiovisueller Dienst, Jennifer Jac, CC BY 4.0

Der Mord an Francisco Solórzano Foppa erschüttert Guatemala weit über den Einzelfall hinaus. Der bekannte Anwalt war in einem Fußballstadion angekommen, wo er eine Mannschaft trainierte und mit den Spielern die Taktik besprechen wollte. Dann schossen vier bewaffnete Männer in Sporttrikots auf ihn. Am Tatort wurden laut Bericht mehr als 50 Patronenhülsen gefunden.

Für Präsident Bernardo Arévalo ist die Tat ein weiterer Beleg dafür, wie brutal der Widerstand gegen seine Reformagenda ausfällt. Er sieht darin ein Zeichen für den Einfluss krimineller Netzwerke aus dem Drogenhandel auf Politik und Staat. Gerade dieser Kampf gegen Korruption, organisierte Strukturen und Gewalt steht im Zentrum seiner Präsidentschaft.

Ein Angriff mit politischer Sprengkraft

Solórzano Foppa hatte sich in seiner Laufbahn mehrfach mit mächtigen Kreisen angelegt. Als Staatsanwalt und später als Leiter der Steuerbehörde störte er die Interessen einflussreicher Personen. Zuletzt verteidigte er den Journalisten José Rubén Zamora Marroquín, dessen Zeitung El Periódico Korruption in höchsten politischen Ebenen öffentlich gemacht hatte. Zamora saß daraufhin mehr als zwei Jahre im Gefängnis, obwohl die Staatsanwaltschaft laut Bericht keine Beweise für den Vorwurf der Geldwäsche vorlegen konnte. Heute steht er unter Hausarrest.

  • Solórzano Foppa war als Anwalt, Ex-Staatsanwalt und früherer Steuerbehördenchef bekannt.
  • Er vertrat den Journalisten José Rubén Zamora Marroquín.
  • Beide gerieten wegen ihres Vorgehens gegen Korruption selbst unter Druck.

Drohungen schon vor der Tat

Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch der Blick ins Netz. Eine Studie des Reuters Institute beschreibt eine koordinierte Hetzkampagne gegen Zamora auf X. Kurz vor Foppas Tod wurde dort auch ein Bild des Anwalts veröffentlicht, versehen mit der Formulierung „Rumbo a la playita“ - ein Ausdruck, der in kriminellen Kreisen als Todesdrohung verstanden wird. Auch Zamora und seine Familie seien so bedroht worden.

Menschenrechtsbeobachter sehen in dem Mord deshalb mehr als ein Gewaltverbrechen. Rund 30 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs wirke in Guatemala weiterhin ein Klima der Einschüchterung nach. Der Fall zeigt, wie gefährlich der Einsatz gegen Korruption im Land geworden ist - und welches Risiko diejenigen tragen, die sich mächtigen Interessen entgegenstellen.

Quelle: Tagesschau