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Politik10. September 2026, 07:03 Uhr · von Redaktion

Milei zündelt im Falkland-Streit

Argentiniens Präsident Javier Milei verschärft den Streit um die Falklandinseln. Er kündigte eine Militärbasis auf Feuerland an und verhängte Sanktionen gegen Firmen, die vor den Inseln nach Öl suchen.

Milei zündelt im Falkland-Streit

Foto: Wikimedia Commons / Vox España, CC0

Argentiniens Präsident Javier Milei bringt den alten Streit um die Falklandinseln erneut auf Temperatur. In einer landesweit übertragenen Ansprache bekräftigte er den argentinischen Anspruch auf die Inselgruppe im Südatlantik, die auf Spanisch Malvinas heißt und seit 1833 dauerhaft unter britischer Verwaltung steht. Gleichzeitig kündigte er eine Militärbasis auf Feuerland an.

Trump sorgt für neuen Rückenwind

Besonders brisant: Milei sieht offenbar eine neue Chance durch Signale aus Washington. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, die amerikanische Haltung in dem Konflikt überprüfen zu wollen. Nach Angaben aus dem Umfeld begründete er das auch mit der aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung Großbritanniens im Irankrieg. Bislang hatten die USA die britische Kontrolle akzeptiert, sich im Streit selbst aber neutral verhalten.

Für Milei kommt das politisch zur rechten Zeit. Laut dem in der Quelle zitierten Experten Martin Schapiro steht die Regierung innenpolitisch unter Druck: Die Wirtschaft läuft nicht wie erhofft, die Umfragewerte sind gefallen und im kommenden Jahr wird gewählt. Im Falkland-Konflikt war Milei zuletzt zudem vorgeworfen worden, Argentiniens Interessen nicht entschlossen genug zu vertreten.

Ölprojekte erhöhen den Druck

Zusätzlich verschärft wird die Lage durch neue Energieprojekte rund um die Inseln. Milei verhängte Sanktionen gegen britische und israelische Firmen, die in den Gewässern nach Öl suchen. Dass nördlich der Falklands nun Bauarbeiten zur Erschließung eines Ölfeldes beginnen sollen, erhöht den politischen Druck auf Buenos Aires weiter.

  • Argentinien beansprucht die Inseln weiter für sich.
  • 1982 wurde der Falklandkrieg für Argentinien zu einem nationalen Trauma.
  • Dabei starben 649 argentinische und 255 britische Soldaten.

Der Konflikt ist in Argentinien bis heute hoch emotional. Die Niederlage im Krieg von 1982 sitzt tief, der Anspruch auf die Inseln gilt vielen als Teil der Staatsräson. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas werden die Falklands oft als koloniales Relikt gesehen. Mit Trumps Worten im Rücken und wachsendem Streit um Öl sucht Milei nun ganz offensichtlich die Konfrontation mit London.

Quelle: Tagesschau