400 China-Visa verweigert
Deutschland lehnt wegen Sorge vor Wissenschaftsspionage immer mehr Visa-Anträge aus China ab. Recherchen zufolge wurden 2025 rund 400 Anträge für Studien- und Forschungsaufenthalte nicht genehmigt.

Die Bundesregierung schaut bei Visa-Anträgen aus China für Studien- und Forschungsaufenthalte offenbar deutlich genauer hin. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung wurden im Jahr 2025 insgesamt etwa 400 Visa abgelehnt. Hintergrund ist die wachsende Sorge vor Wissenschaftsspionage.
Vor allem Forschung im Blick
Besonders auffällig ist demnach der Bereich Wissenschaft: Laut Sicherheitskreisen gab es etwa 200 abgelehnte Anträge von Forschern und Wissenschaftlern bei rund 2100 genehmigten Visa. Hinzu kamen ungefähr 200 verweigerte Anträge von Studenten bei insgesamt rund 9000 Anträgen. Trotz des strengeren Kurses gilt aber weiter: Die große Mehrheit der Bewerbungen wird nach wie vor genehmigt.
In Online-Foren und Gruppenchats tauschen sich junge Chinesen laut Bericht intensiv über das Verfahren aus. Dort geht es auch um die Frage, warum Anträge scheitern könnten und welche Forschungsthemen bei deutschen Behörden Misstrauen auslösen. Ein chinesischer Doktorand in München schildert dort, wie wichtig stimmige Angaben zu den eigenen Forschungsplänen seien.
China fällt im Vergleich auf
Im Vergleich zu anderen Herkunftsländern sticht China bei den Ablehnungen besonders heraus. Nur beim Iran wird laut Bericht ebenfalls eine leicht erhöhte Zahl genannt. Das Auswärtige Amt betont dazu, dass es sich um Einzelfallentscheidungen handle. Konkrete Ablehnungszahlen veröffentlicht das Ministerium nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht.
- rund 200 abgelehnte Visa für Forscher und Wissenschaftler
- rund 200 abgelehnte Visa für Studenten
- insgesamt etwa 400 verweigerte Anträge im Jahr 2025
Die Recherche deutet außerdem darauf hin, dass die Zahl der Ablehnungen im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen ist. Einen kompletten Stopp gibt es aber nicht: Deutschland bewilligt weiterhin die meisten Visa-Anträge aus China für Hochschulen und Forschung.
Quelle: Tagesschau