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Politik7. August 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Milei drängt nach vorn

Argentiniens Präsident Javier Milei will sich an die Spitze eines rechten Bündnisses in Südamerika setzen. Mit dem Machtwechsel in Kolumbien und neuen Allianzen könnte die „blaue Welle“ auf dem Kontinent weiter wachsen.

Milei drängt nach vorn

In Südamerika verschieben sich die politischen Gewichte weiter nach rechts – und Javier Milei will diesen Moment offenbar für sich nutzen. Mit der Vereidigung von Abelardo de la Espriella als neuem Präsidenten Kolumbiens am Freitag sieht es so aus, als sei der Rechtsruck auf dem Kontinent vorerst komplett. Von den Anden bis nach Feuerland regieren nun vielerorts konservative oder rechte Kräfte.

Beobachter sprechen inzwischen von einer „blauen Welle“, die die frühere linke „rosarote Welle“ ablöst. Laut dem „Journal für Internationale Politik und Gesellschaft“ bleiben nur noch wenige Länder unter sozialdemokratischer Führung:

  • Mexiko
  • Brasilien
  • Uruguay
  • Guatemala

Milei sucht Verbündete

Besonders wichtig ist dabei der Blick nach Brasilien. Dort wird im Herbst ein neuer Präsident gewählt. Neben Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva tritt auch Flavio Bolsonaro an, der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Milei war Ende Juli beim Parteitag seines rechten Verbündeten dabei und sorgte mit scharfen Angriffen auf Lula und die brasilianische Justiz für einen diplomatischen Eklat zwischen beiden Ländern.

Seine Reise ging danach weiter: Vergangene Woche nahm Milei an der Amtseinführung von Perus rechtskonservativer Präsidentin Keiko Fujimori teil. Auch bei der Zeremonie in Kolumbien wird er erwartet. Im Anschluss soll es Berichten zufolge ein bilaterales Treffen mit Ecuadors Präsident Daniel Noboa geben. Für mehrere Medien ist klar: Milei arbeitet daran, ein Netzwerk rechter Regierungen in der Region enger zusammenzubinden.

Neuer Block statt alter Ordnung?

Im Raum steht sogar eine mögliche Neuauflage der Lima-Gruppe, die 2017 während der Venezuela-Krise unter konservativer Führung gegründet worden war. Laut Infobae könnte Milei in einem solchen Prozess eine zentrale Rolle übernehmen. Ob er tatsächlich zur Galionsfigur der lateinamerikanischen Rechten wird, bleibt aber offen – auch weil das rechte Lager in der Region keineswegs geschlossen auftritt.