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Politik13. August 2026, 19:03 Uhr · von Redaktion

Meta kämpft ums Überleben

In Oakland hat ein neuer Prozess gegen den Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta begonnen. Vier US-Bundesstaaten fordern laut Klage bis zu 1400 Milliarden Dollar und werfen dem Unternehmen ein süchtig machendes Design vor.

Meta kämpft ums Überleben

Für Meta steht in Kalifornien enorm viel auf dem Spiel: In Oakland hat mit der Auswahl der Geschworenen ein neuer Prozess gegen den Mutterkonzern von Facebook und Instagram begonnen. Geklagt haben vier US-Bundesstaaten. Im Raum steht eine mögliche Schadenssumme von bis zu 1400 Milliarden Dollar – also ungefähr so viel wie der gesamte Börsenwert des Unternehmens.

Vorwurf: Design macht abhängig

Im Kern dreht sich der Fall um die Frage, ob Meta seine Plattformen bewusst so gestaltet hat, dass Nutzerinnen und Nutzer immer länger dabeibleiben. Die Kläger werfen dem Konzern vor, problematische Nutzung gezielt zu fördern – mit möglichen Folgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Genannt werden unter anderem Depressionen und Essstörungen. Außerdem lautet der Vorwurf, Meta habe von diesen Risiken gewusst, aber weder das Design noch das Geschäftsmodell grundlegend verändert.

Der Druck auf den Konzern ist bereits jetzt hoch. Im Frühjahr verlor Meta schon einen Prozess in Kalifornien, vergangene Woche entschied auch ein Gericht in New Mexico gegen das Unternehmen. Insgesamt könnte es um mehrere Milliarden gehen. Selbst für einen Tech-Riesen wäre das laut Vorlage existenzbedrohend. Meta weist die Vorwürfe zurück und geht gegen bereits gefällte Urteile in Berufung.

Mehr als nur ein Fall gegen Meta

Ganz eindeutig ist die Lage allerdings nicht: Besonders der Zusammenhang zwischen intensiver Nutzung sozialer Netzwerke und psychischen Problemen ist in der Forschung umstritten. Trotzdem wächst der juristische und politische Druck – und zwar nicht nur auf Meta.

  • Auch Plattformen wie Youtube oder Tiktok sehen sich ähnlichen Klagen gegenüber.
  • Die EU-Kommission wirft Tiktok ebenfalls problematisches Design vor.
  • Gefordert werden konkrete Änderungen wie weniger endloses Scrollen, weniger Interaktionsreize und stärkerer Schutz für Kinder.

Damit geht es in diesen Verfahren um mehr als nur einen einzelnen Konzern. Sollte sich die Linie der Gerichte durchsetzen, könnten sich die Regeln der gesamten Aufmerksamkeitsökonomie verändern – also auch für Games, Streaming-, Fitness-, Lern- oder News-Apps, die ebenfalls auf möglichst lange Nutzung setzen.