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Politik8. August 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Mehr Menschen bei CSDs

Zwei Wochen nach dem Anschlag beim Berliner CSD sind in Braunschweig, Nürnberg und Essen deutlich mehr Menschen für queere Rechte auf die Straße gegangen. Alle Demos blieben friedlich, die Sicherheitskonzepte wurden verschärft.

Mehr Menschen bei CSDs

Zwei Wochen nach dem Anschlag am Rand des Berliner Christopher Street Day zeigen viele CSDs in Deutschland eine klare Reaktion: mehr Teilnehmende, mehr Solidarität, mehr politische Präsenz. Besonders auch abseits der ganz großen Metropolen kamen am Samstag deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren zusammen, um für queere Rechte, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung zu demonstrieren.

Rekorde in mehreren Städten

In Braunschweig zählte die Polizei mindestens 6.000 Menschen - und damit spürbar mehr als in den vergangenen Jahren, als die Zahlen meist zwischen 4.500 und 5.000 lagen. Auch in Nürnberg war der Zulauf außergewöhnlich groß: Unter dem Motto „Nürnberg liebt“ zogen mehr als 60 Gruppen durch die Innenstadt. Dort sprachen die Veranstalter von mehr als 20.000 Teilnehmenden, die Polizei schätzte die Zahl am Nachmittag sogar auf rund 23.000.

  • Braunschweig: mindestens 6.000 Teilnehmende
  • Nürnberg: rund 23.000 laut Polizei
  • Essen: mindestens 3.500 beim Demonstrationszug

Auch beim RuhrPride in Essen war die Beteiligung hoch. Nach Polizeiangaben nahmen mindestens 3.500 Menschen am Demonstrationszug teil, für den gesamten CSD rechneten die Veranstalter im Tagesverlauf mit rund 12.000 Besucherinnen und Besuchern. Die Polizei hatte dort wie auch in Braunschweig und Nürnberg die Sicherheitsmaßnahmen nach dem Berliner Anschlag verschärft. Größere Zwischenfälle wurden aus allen drei Städten nicht gemeldet.

Berliner Anschlag prägt die Stimmung

Die Kundgebungen standen sichtbar im Zeichen der Ereignisse vom 25. Juli in Berlin. Damals war ein islamistischer Täter im Großen Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor mit einem Auto in eine Menschengruppe gefahren. Eine Frau starb, mindestens 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Einen Tag später wurde der mutmaßliche Attentäter in Berlin-Spandau bei einem Festnahmeversuch von Polizisten erschossen.

Dass viele Menschen nun erst recht auf die Straße gehen, hatte sich schon am vergangenen Wochenende angedeutet. Der Hamburger CSD erreichte mit rund 300.000 Menschen einen neuen Höchstwert, auch im bayerischen Kempten kamen mit gut 2.500 mehr Menschen als erwartet. In Prag wurde der Berliner Opfer zu Beginn der Pride-Demonstration mit einer Schweigeminute gedacht, bevor Zehntausende für gleiche Rechte sexueller Minderheiten durch die Innenstadt zogen.