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Politik9. August 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Lettland riegelt Grenze ab

An der EU-Außengrenze zu Belarus hat Lettland seine Sicherungen massiv ausgebaut. In den ersten sieben Monaten registrierten die Behörden fast 9.000 versuchte Grenzübertritte, nach eigenen Angaben werden inzwischen die meisten gestoppt.

Lettland riegelt Grenze ab

Was zuletzt in Ceuta für Schlagzeilen sorgte, sieht Lettland als Warnsignal für andere EU-Grenzen. An der Grenze zu Belarus setzt das Land deshalb auf maximale Abschottung: Ein mehrere Meter hoher Zaun, Stacheldraht, Kameras und regelmäßige Patrouillen sollen verhindern, dass sich ein massenhafter Grenzdurchbruch wiederholt.

Grenzschützer Rolands Mukans ist täglich in dem bewaldeten Grenzgebiet unterwegs. Nach seinen Schilderungen versuchen Migranten immer wieder, die Sperranlagen zu überwinden — zunächst mit Werkzeugen wie Metallscheren, inzwischen teils auch mit improvisierten Leitern aus Ästen und Stöcken. Weil der Zaun immer schwerer zu knacken sei, würden zuletzt vermehrt Tunnel gegraben.

Druck an der EU-Außengrenze

Nach Angaben der lettischen Behörden wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres fast 9.000 versuchte Grenzübertritte gezählt. Mukans schätzt, dass inzwischen rund 95 Prozent der Menschen gestoppt werden. Die Migranten stammen demnach vor allem aus Afrika und Zentralasien. Lettland wirft Belarus vor, diese Menschen gezielt an die Grenze zu lotsen, um Europa politisch unter Druck zu setzen.

  • massiver Grenzzaun mit Kameras und Stacheldraht
  • fast 9.000 registrierte Versuche seit Jahresbeginn
  • neue Methode: Tunnel statt Zaunschnitte

Für Nika Aleksejeva vom NATO-Kompetenzzentrum für strategische Kommunikation ist das Teil einer hybriden Strategie gegen den Westen. Ziel sei es, den Eindruck zu erzeugen, die baltischen Staaten hätten ihre Grenzen trotz hoher Investitionen nicht im Griff.

Ruhe im Dorf, Anspannung im Alltag

Wie stark sich die Lage verändert hat, zeigt sich im kleinen Ort Robeznieki, nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt. Dort lebten die Menschen lange ruhig, früher kamen auch Urlauber aus Belarus. Heute prägen Grenzschützer und Ausrüstung den Alltag. Student Zanis Ovcinko berichtet bei seinen Besuchen von einer spürbaren inneren Unsicherheit. Gleichzeitig profitiere der örtliche Supermarkt von den vielen zusätzlichen Einsatzkräften.