JETZT LIVE
Politik8. August 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Kolumbiens neuer Präsident hart

In Kolumbien ist der ultrarechte Anwalt Abelardo de la Espriella als Präsident vereidigt worden. In Cali kündigte der 48-Jährige einen harten Kurs gegen Drogengewalt, Kokaanbau und bewaffnete Gruppen an.

Kolumbiens neuer Präsident hart

Abelardo de la Espriella ist neues Staatsoberhaupt von Kolumbien. Der ultrarechte Anwalt wurde in Cali vereidigt und nutzte seinen ersten Auftritt direkt für eine klare Machtdemonstration: Die Zeremonie fand auf einem Militärgelände statt, vor hunderten uniformierten Soldaten, gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern.

Der 48-Jährige präsentierte sich dabei als kompromissloser Hardliner. Mit Blick auf die anhaltende Drogengewalt erklärte er, für Mitglieder krimineller Banden gebe es nur noch zwei Wege: die Unterwerfung unter den Rechtsstaat oder die Konfrontation mit Staat und Sicherheitskräften. Friedensgespräche hält der neue Präsident nach eigener Darstellung für ausgereizt.

Harter Kurs gegen Gewalt und Drogen

De la Espriella, der sich selbst „El Tigre“ nennt, hatte bereits im Wahlkampf einen strengen Kurs angekündigt. Nun legte er nach und kündigte an, auch gegen den illegalen Kokaanbau vorzugehen – unter anderem mit Herbizid-Sprühflügen. Kolumbien übernimmt er in einer Phase, in der bewaffnete Gruppen und kriminelle Organisationen in vielen Regionen wieder stärker geworden sind.

  • härteres Vorgehen gegen Banden
  • Stärkung der Sicherheitskräfte
  • Bekämpfung des illegalen Kokaanbaus

Kurswechsel auch nach außen

Politisch markiert der Machtwechsel auch das Ende der Ära von Gustavo Petro, dem ersten linken Präsidenten des Landes, der nicht erneut kandidieren durfte. De la Espriella hatte die Stichwahl im Juni knapp gegen den linken Regierungskandidaten Iván Cepeda gewonnen. Unterstützt wurde er im Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump.

Außenpolitisch will der neue Präsident die zuletzt deutlich abgekühlten Beziehungen zu den USA wieder enger knüpfen. Als frühe Amtshandlung soll Kolumbien der von Trump gestarteten Initiative „Shield of the Americas“ beitreten. Außerdem plant de la Espriella, die von Petro wegen des Gaza-Kriegs abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Israel wieder aufzunehmen. Seine Amtszeit läuft bis 2030. Bei der Vereidigung waren unter anderem Spaniens König Felipe VI., Argentiniens Präsident Javier Milei und FIFA-Präsident Gianni Infantino dabei.

Foto: Wikimedia Commons / Abelardo de la Espriella, CC0