Jugendproteste eskalieren
Im indischen Bundesstaat Jharkhand sind Tausende junge Menschen auf die Straße gegangen. Bei den Protesten gegen mutmaßlich manipulierte Prüfungen für den öffentlichen Dienst setzte die Polizei Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein.

Im Osten Indiens ist die Lage rund um die Jugendproteste erneut eskaliert. Im Bundesstaat Jharkhand gingen am Sonntag Tausende Demonstrierende auf die Straße. Fernsehbilder zeigten, wie sie in Richtung Regionalparlament marschierten, Absperrungen überwanden und mit Sicherheitskräften aneinandergerieten.
Auslöser der Proteste sind Vorwürfe rund um Prüfungen für den öffentlichen Dienst. Im Raum stehen mutmaßliche Unregelmäßigkeiten, darunter vorab bekannt gewordene Testfragen. Besonders in Jharkhand, einem der ärmeren Bundesstaaten des Landes, hatte das schon vor mehr als zwei Wochen Proteste von Studierenden und arbeitslosen Jugendlichen ausgelöst.
Polizei greift hart durch
Am Sonntag spitzte sich die Situation in der Regionalhauptstadt Ranchi deutlich zu. Die Demonstrierenden hatten sich zunächst in einem Stadion versammelt und zogen danach weiter zum Parlament. Die Polizei setzte laut Berichten Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein, um die Menge zurückzudrängen. Die Behörden betonten dagegen, nur vergleichsweise leichte Gewalt angewendet zu haben.
Der örtliche Polizeichef Paras Rana rief die Protestierenden dazu auf, friedlich zu bleiben. Zugleich sagte er laut der Nachrichtenagentur ANI, ihre Forderungen würden bei der Regierung gehört. Die Demonstrierenden verlangen unter anderem tiefgreifende Änderungen am Prüfungssystem.
Das fordern die Protestierenden
- eine grundlegende Überarbeitung des Prüfungssystems
- die Annullierung einzelner Tests
- eine Untersuchung durch die Bundespolizei
Brisant ist die Lage auch politisch: Die Regionalregierung in Jharkhand wird von einer Partei geführt, die in Opposition zu Premierminister Narendra Modi steht. Gespräche mit den Demonstrierenden habe es bereits gegeben. Erst vor drei Wochen war es in Neu-Delhi bei Protesten der sogenannten „Kakerlaken“-Jugendbewegung zu gewaltsamen Szenen gekommen.
Foto: Wikimedia Commons / A Cricket Premi, CC BY-SA 4.0