Hormus-Pakt ohne Öffnung
Iran und Oman haben sich laut Berichten auf neue Regeln für die Straße von Hormus verständigt. Die Einigung betrifft Kontrolle, Routen und mögliche Gebühren, bedeutet aber noch keine Wiederöffnung der wichtigen Meerenge.

In der Krise um die Straße von Hormus deutet sich ein Abkommen zwischen Iran und Oman an. Dabei geht es nach den vorliegenden Informationen um Kontrollen, Einnahmen aus der Durchfahrt und eine abgestimmte Routenführung. Für Teheran wäre das ein wichtiger Erfolg, denn aus iranischen Insiderkreisen ist von möglichen Abgaben in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Warenwerts die Rede. Oman soll demnach weniger verlangen wollen.
Mehr Kontrolle, aber keine freie Passage
Ein echter Durchbruch im größeren Konflikt ist die Verständigung aber offenbar nicht. Der Nahost-Experte Ali Vaez von der International Crisis Group ordnet das Abkommen als Regelung für die kurzfristige und längerfristige Verwaltung der Meerenge ein. Eine Öffnung der Wasserstraße sei damit jedoch nicht automatisch verbunden. Ähnlich äußert sich auch Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi, der von gemeinsamer maritimer Steuerung und koordinierter Verkehrslenkung mit Oman spricht.
- Regelung von Kontrollen in der Meerenge
- Abstimmung über Routen des Schiffsverkehrs
- Mögliche Einnahmen über Gebühren oder maritime Dienstleistungen
Gharibabadi machte zugleich klar, dass eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus an andere Voraussetzungen gebunden sei. Die Vereinbarung mit Oman beziehe sich ausdrücklich nicht darauf. Trotzdem gibt es die Hoffnung, dass die Einigung der direkten Anrainer neue Gespräche zwischen Iran und den USA erleichtern könnte.
Teheran bleibt bei den USA auf Konfrontationskurs
Genau dort bleibt die Lage allerdings widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump betont immer wieder, Iran wolle verhandeln. In Teheran wird ein solches Gesprächsersuchen dagegen bestritten. Das passt zu den unklaren Machtverhältnissen in der iranischen Führung: Wie groß der Einfluss von Modschtaba Chamenei ist und wie stark sich das gemäßigtere Umfeld von Präsident Masoud Peseschkian durchsetzen kann, bleibt offen.
Nach außen gibt sich Teheran jedenfalls weiter hart. Gharibabadi wirft den USA vor, gegen Vereinbarungen verstoßen zu haben, und verweist dabei auf die Blockade iranischer Häfen, militärische Angriffe und die Lage im Libanon. Selbst wenn das Abkommen mit Oman zustande kommt, wäre das daher vor allem ein Vorteil für Iran – nicht aber automatisch das Ende des Konflikts mit Washington.