Hormus-Deal steht wohl kurz bevor
Zwischen dem Iran und Oman steht laut Teheran eine Einigung zur Schifffahrt in der Straße von Hormus kurz vor dem Abschluss. Geplant sind feste Routen, ein Testbetrieb von zwei bis vier Monaten und wohl keine vollständige Öffnung der Meerenge.

Zwischen dem Iran und dem Oman bahnt sich nach Angaben aus Teheran ein Abkommen über die Schifffahrt in der Straße von Hormus an. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, sprach von einer Vereinbarung in der Endphase der Prüfung. Demnach hätten sich beide Golfstaaten bereits auf konkrete Routen durch die strategisch wichtige Meerenge verständigt. Eine öffentliche Bestätigung aus Oman gibt es bislang aber nicht.
Keine komplette Öffnung geplant
Nach iranischen Angaben geht es nicht um eine vollständige Freigabe der Passage. Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi zufolge soll vielmehr ein neues Modell für den Seeverkehr eingeführt werden. Für dieses System sei zunächst ein Testbetrieb von zwei bis vier Monaten vorgesehen. Teheran macht zugleich deutlich, dass eine echte Wiederöffnung aus seiner Sicht an Bedingungen geknüpft ist — darunter das Ende der US-Blockade iranischer Häfen am Golf von Oman.
Baghaei betonte außerdem, dass ein mögliches Abkommen die Lage nicht automatisch sicher machen würde. Die Verantwortung für die Unsicherheit in der Meerenge sieht die iranische Seite weiter bei den USA. Laut Berichten der AFP erwägt Teheran zudem, US-amerikanische und israelische Schiffe von der Wasserstraße fernzuhalten. Im Raum steht außerdem eine Maut von fünf bis sieben Prozent des Warenwerts für Reedereien.
Zweifel an der Umsetzbarkeit
Gerade diese Punkte machen das Vorhaben heikel. Reuters zufolge soll Oman sich gegen eine einseitige Kontrolle der Straße von Hormus durch den Iran ausgesprochen haben. Hinzu kommen praktische Hürden: US-Sanktionen und strenge Versicherungsklauseln könnten Zahlungen solcher Servicegebühren erheblich erschweren.
- Konkrete Schifffahrtsrouten sollen bereits abgestimmt sein
- Der Testlauf des neuen Modells ist auf zwei bis vier Monate angelegt
- Experten sehen darin eher eine taktische Zwischenlösung als einen dauerhaften Durchbruch
Analysten werten die Entwicklung deshalb eher als Atempause denn als stabile Lösung. Aus ihrer Sicht könnten sowohl Washington als auch Teheran das Abkommen innenpolitisch als Erfolg verkaufen. Während die USA Zeit für eine neue Abstimmung mit Partnern gewinnen könnten, bleibt der Iran laut Experten weiterhin durch Inflation, interne Machtkämpfe und hohen politischen Druck belastet.
Foto: Wikimedia Commons / Foad Ashtari, CC BY 4.0