Hormus bleibt ein Nadelöhr
Die Straße von Hormus ist weiter stark eingeschränkt: Am 3. August 2026 passierten laut Kpler nur sechs Handelsschiffe die Route. Zwischen den USA und Iran herrscht Streit darüber, ob überhaupt verhandelt wird.

Im Streit um die Straße von Hormus sorgen widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran für neue Unsicherheit. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA hätten einer Fortsetzung von Gesprächen mit dem Iran zugestimmt. Der Iran wies das jedoch zurück: Außenminister Abbas Araghtschi betonte, derzeit gebe es nur Kontakte mit dem Oman.
Streit schon bei der Wortwahl
Möglicherweise reden beide Seiten über denselben Kontakt, meinen Beobachter. Denn Washington wertet die Vermittlung des Oman als Verhandlungen mit Teheran, während der Iran das Ganze eher als technische Arbeitsebene beschreibt. Genau dieser Unterschied zeigt, wie groß das Misstrauen weiterhin ist.
Für die Schifffahrt bleibt die Lage heikel. Nach Angaben von Kpler nutzten am Montag, dem 03.08.2026, nur sechs Handelsschiffe die Passage, am Tag davor waren es sieben. Vor der Sperrung lief ein Viertel des weltweiten maritimen Ölhandels durch die Meerenge. Entsprechend nervös reagieren auch die Märkte: Hoffnung auf Diplomatie drückte zeitweise den Ölpreis und stützte die Aktienbörsen, doch die offenen Konflikte zwischen den USA und Iran bremsen diese Erholung.
Iran intern ebenfalls gespalten
Der Londoner Analyst Babak Dorbeiki sieht das Kernproblem nicht nur darin, ob gesprochen wird, sondern was beide Seiten unter einer Einigung verstehen. Während die USA auf freie Durchfahrt drängen, will der Iran weiter Kontrolle über Schiffe behalten, die in den Persischen Golf fahren. Diese Positionen liegen bislang deutlich auseinander.
- USA sprechen von Verhandlungen
- Iran spricht nur von Kontakten über Oman
- Schiffsverkehr durch Hormus bleibt stark eingeschränkt
Hinzu kommen Spannungen innerhalb des Iran. Laut Dorbeiki stehen sich dort unterschiedliche politische Lager gegenüber. Ein pragmatischer Flügel setzt auf wirtschaftliche Erholung durch Verständigung, andere Kräfte lehnen ein solches Signal Richtung USA offenbar ab. Damit bleibt offen, wann sich die Lage an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt wirklich entspannt.