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Politik1. August 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Hamburg feiert CSD mit 300.000

In Hamburg haben Zehntausende beim Christopher Street Day für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 300.000 Menschen dabei, die Polizei setzte ein verschärftes Sicherheitskonzept um.

Hamburg feiert CSD mit 300.000

Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag am Rande der CSD-Feiern in Berlin ist in Hamburg eine der größten Pride-Demonstrationen des Jahres gestartet. Unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ zogen am Samstag Zehntausende durch die Innenstadt und setzten ein sichtbares Zeichen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

Nach Angaben des Vereins Hamburg Pride kamen rund 300.000 Teilnehmer zusammen. Teil der Parade waren 60 Lastwagen, die als mobile Bühnen von Unternehmen, Vereinen, Parteien und der evangelischen Kirche durch die Stadt fuhren. Mit dabei waren auch die prominente Dragqueen Olivia Jones sowie mehrere Politiker von SPD und Grünen.

Sicherheit nach Berlin im Fokus

Der Berliner Anschlag vom vergangenen Wochenende prägte die Demonstration spürbar mit. Die Hamburger Polizei hatte ihr Sicherheitskonzept kurzfristig angepasst und nach eigenen Angaben doppelt so viele Beamte eingeplant wie im Vorjahr. Hintergrund ist die Attacke in Berlin, bei der ein 21-Jähriger mit einem Auto mehrere Menschen anfuhr und weitere mutmaßlich mit einer Machete angriff. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt.

Dass der Anschlag viele Menschen verunsichert hat, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Funke Mediengruppe:

  • 38 Prozent fühlen sich seit dem vergangenen Wochenende unsicherer
  • 54 Prozent sehen ihr Sicherheitsgefühl als unverändert
  • 7 Prozent geben an, sich sicherer zu fühlen

Paraden auch in anderen Städten

Nicht nur in Hamburg wurde am Wochenende demonstriert und gefeiert. Auch in Bonn und weiteren Städten waren CSD-Paraden geplant, ebenso im Ausland, darunter in Amsterdam und im britischen Brighton. Der Christopher Street Day erinnert weltweit an die Ereignisse von 1969 in New York, als es nach einer Polizeirazzia im „Stonewall Inn“ zu Aufständen von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen kam. Die Christopher Street in Manhattan wurde damit zum historischen Namensgeber der Bewegung.