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Politik13. August 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Eritrea wird zum Machtfaktor

Eritrea rückt am Horn von Afrika ins Zentrum der Geopolitik. Mit den Häfen Assab und Massawa am Roten Meer wird der autoritär regierte Staat für Länder aus der Region und darüber hinaus immer wichtiger.

Eritrea wird zum Machtfaktor

Eritrea spielt am Horn von Afrika eine Schlüsselrolle im Ringen um Einfluss. Der Grund liegt vor allem an seiner Lage am Roten Meer: Mit den Häfen Assab und Massawa verfügt das Land über strategisch wichtige Küstenpunkte in einer Region, die von Konflikten und Rivalitäten geprägt ist.

Vorteil am Roten Meer

Besonders wichtig ist Eritreas Nähe zur Meerenge Bab al-Mandab. Die Küste des Landes zieht sich über mehr als tausend Kilometer entlang einer der sensibelsten Seerouten der Welt. Nach Einschätzung des Direktors des Horn of Africa Centre for Regional Integration in London, Abdurahman Sayed, gewinnt diese Lage gerade jetzt zusätzlich an Gewicht.

Ein Grund dafür ist die Lage auf der anderen Seite des Roten Meeres: Im Jemen dauern Gewalt, wirtschaftlicher Zusammenbruch sowie Naturkatastrophen an. Dazu kommen Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz auf Handelsschiffe. In diesem Umfeld gilt Eritrea aus regionaler Sicht als vergleichsweise berechenbar, auch weil das Land unter Präsident Isayas Afewerki seit 1993 autoritär geführt wird und keinen offenen inneren Widerstand zulässt.

Warum so viele Staaten hinschauen

Gerade im Vergleich zu Nachbarländern wie Äthiopien, dem Sudan oder Jemen wirkt Eritrea damit wie ein stabiler Anker. Das macht den Staat für zahlreiche Partner interessant, die Zugang zum Roten Meer sichern wollen. Laut Sayed gehören dazu auch Staaten aus der Region.

  • Saudi-Arabien
  • Ägypten
  • weitere Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain und Katar

Für diese Länder ist das Rote Meer von wachsender Bedeutung. Vor allem für die Golfstaaten gilt die Route als zentral, etwa falls andere wichtige Seewege unter Druck geraten. Gleichzeitig drängt auch Eritreas Nachbar Äthiopien auf einen eigenen Zugang zum Meer. Das Binnenland hatte diesen verloren, als Eritrea 1993 unabhängig wurde. Anfang 2026 drohten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Addis Abeba und Asmara im Streit um den Zugang zur maritimen Handelsroute weiter zu eskalieren.

Foto: Wikimedia Commons / Helene C. Stikkel, Public domain