Dürre-Gipfel unter Druck
In Ulan-Bator läuft die 17. UNO-Konferenz gegen Wüstenbildung. Vertreter aus 197 Ländern beraten über Dürre, zerstörte Böden und fehlende Finanzierung, während laut UNO bis 2050 wohl 75 Prozent der Weltbevölkerung von Dürren betroffen sein könnten.
In der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator hat die 17. UNO-Konferenz zur Wüstenbildung begonnen – und selten war der Druck so groß wie diesmal. Unter dem Motto „Land wiederherstellen. Hoffnung wiederherstellen“ beraten Delegierte aus 197 Ländern zwei Wochen lang über Dürre, Bodenschäden und den Verlust fruchtbarer Flächen.
Nach Angaben des UNO-Sekretariats zur Bekämpfung der Wüstenbildung treffen dort Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wüstenbildung, degradierte Böden und zunehmende Trockenheit gemeinsam bekämpfen lassen. Denn nutzbares Land ist entscheidend für Ernährung, Wasser und gesellschaftliche Stabilität. Gehen Acker- und Weideflächen verloren, verschärfen sich laut UNO Unsicherheit, Vertreibung und der Streit um knappe Ressourcen.
Hitze und Dürre verschärfen die Lage
Besonders brisant ist die Konferenz wegen der weltweiten Extremwetterlagen. Die Klimakrise gilt als Verstärker von Dürren, weil längere und heftigere Hitze- sowie Trockenphasen fruchtbare Böden nach und nach austrocknen lassen. Laut UNO könnten bis 2050 rund 75 Prozent der Weltbevölkerung von Dürren betroffen sein. UNCCD-Chefin Yasmine Fouad drängt deshalb auf Lösungen, die nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch finanziert und umgesetzt werden können.
- Wiederherstellung degradierter Flächen
- bessere Nutzung von Wasser
- nachhaltiges Landmanagement
Milliarden zugesagt – aber reicht das?
Schon bei der vorigen COP16 wurden laut Berichten mehr als zwölf Milliarden Dollar zugesagt. Jetzt geht es darum, Projekte in 74 besonders betroffenen Ländern tatsächlich voranzubringen. Genannt werden etwa modernisierte Bewässerungssysteme oder widerstandsfähigere Nutzpflanzen. In der Mongolei selbst, wo laut Bericht bereits 77 Prozent der Landfläche degradiert sind, soll unter anderem eine Milliarde Bäume gepflanzt werden.
Doch selbst diese Milliardensumme gilt Fachleuten zufolge nur als kleiner Anfang. Initiativen zur Wiederherstellung von Land und zur Vorbeugung gegen Dürre seien bisher oft zu schwach finanziert und mangelhaft umgesetzt worden. Deshalb richtet sich der Blick nun nicht nur auf Staaten, sondern auch auf private Investoren und Unternehmen, die stark von Wasser und Ernten abhängen.
Quelle: ORF