Drohnen-Lücke an Flughäfen
Nach dem Fund einer mutmaßlich mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle wächst der Druck auf die Behörden. Experten warnen: Deutschlands Schutz gegen verdächtige Drohnenflüge ist trotz mehr als 1000 Fällen im Jahr 2025 lückenhaft.

Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle sorgt für neue Zweifel an Deutschlands Abwehr gegen gefährliche Drohnen. Nach Angaben aus dem berichteten Fall soll eine offenbar mit Sprengstoff bestückte Drohne ungehindert auf das Flughafengelände gelangt sein und dort wohl über Stunden nicht aufgefallen sein. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertet das als mögliches hybrides Angriffsszenario und vermutet ausländische Akteure im Hintergrund. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.
Mehr als 1000 verdächtige Flüge
Die Bedrohung ist nicht neu, bekommt durch den Leipziger Fall aber eine neue Dimension. Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2025 mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Betroffen sind immer wieder Flughäfen, Häfen, Industrieanlagen und militärische Bereiche. Schon im vergangenen Oktober hatte ein Drohnenvorfall den Flugverkehr in München für viele Stunden gestört.
Sicherheitsexperten sehen vor allem ein Erkennungsproblem. Es fehle an Sensorik, um auch kleine, langsam fliegende oder tief angesetzte Drohnen zuverlässig aufzuspüren. Der europäische Fachverband UAV DACH verweist ebenfalls auf Schwächen: Wenn eine Drohne erst zufällig auf dem Vorfeld entdeckt werde, zeige das, wie unvollständig die Überwachung des unteren Luftraums bislang sei.
Neues Zentrum, alte Probleme
Mit dem im Dezember gegründeten Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum in Berlin sollen Informationen von Bundespolizei, Ländern, Nachrichtendiensten und Bundeswehr gebündelt werden. Doch der Fall Leipzig zeigt nach Einschätzung von Kritikern, dass ein Lagezentrum allein nicht reicht, wenn Erkennung und Reaktion vor Ort nicht schnell genug funktionieren.
- Fundort: Flughafen Leipzig/Halle
- Registrierte verdächtige Flüge 2025: mehr als 1000
- Neue Stelle: Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum in Berlin
Das Grundproblem: Drohnen sind schnell unterwegs, Entscheidungen über Gegenmaßnahmen müssen oft innerhalb weniger Minuten fallen. Gerade deshalb wächst nun der Druck, Schutzsysteme an sensiblen Standorten deutlich auszubauen.