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Politik12. August 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Drohnen-Alarm: Deutschland hinkt

Nach dem Vorfall in Leipzig schaut Europa auf die Drohnenabwehr. Während Polen, Litauen und Frankreich teils deutlich weiter sind, gilt Deutschland bei Erkennung und Abwehr als spät dran.

Drohnen-Alarm: Deutschland hinkt

Spätestens seit dem Vorfall am Flughafen Leipzig steht das Thema Drohnenabwehr in Deutschland wieder ganz oben auf der Agenda. Die Bundesregierung will nun erneut viel Geld in bessere Sicherheitsmaßnahmen stecken. Der Auslöser: Offenbar konnte nur durch das Eingreifen eines Busfahrers und eine Portion Glück Schlimmeres verhindert werden.

Im europäischen Vergleich zeigt sich aber: Das Problem ist größer als nur die deutsche Verzögerung. Ein hoher NATO-Offizier hatte Deutschland bereits im vergangenen Jahr als „late to the party“ beschrieben. Vor allem Staaten an der Grenze zur Ukraine oder zu Russland sind bei der Abwehr großer Kampfdrohnen deutlich erfahrener. Polen und Litauen gelten hier als besonders gut vorbereitet, auch weil dort zentrale NATO-Aufklärungssysteme installiert sind.

Polen und Litauen mit Erfahrung

Gerade bei großen Drohnen, wie sie im Ukraine-Krieg als Kamikaze-Waffen eingesetzt werden, zählt vor allem Geschwindigkeit. Wenn eine solche Drohne in den Luftraum eines NATO-Staats eindringt, muss rasch berechnet werden, wohin sie fliegt und wie groß die Gefahr für Menschen oder wichtige Infrastruktur ist. Im Ernstfall greifen dann NATO-Flugzeuge oder bodengestützte Flugabwehr ein.

  • September 2025: Mehrere russische Drohnen drangen in den polnischen Luftraum ein.
  • Viele wurden von NATO-Flugzeugen abgeschossen.
  • Einige Drohnen stürzten zu Boden.

Die politische Diskussion danach fiel in Polen heftig aus. Die NATO bewertete die eigentliche Abwehr jedoch als weitgehend zufriedenstellend.

Frankreich erkennt früher

Auch bei kleineren Drohnen ist Deutschland nicht vorne dabei. Gerade bei Quadrokoptern oder ähnlichen Geräten, wie sie laut Bericht wohl auch in Leipzig genutzt wurden, ist Frankreich weiter. Dort wurde die Gefahr schon früh mit Blick auf mögliche Terrorangriffe ernst genommen. Behörden dürfen bei akuter Gefahr Drohnen elektronisch stören oder sogar zerstören – geregelt durch ein eigenes Gesetz.

Mit den Olympischen Spielen 2024 in Paris hat Frankreich außerdem ein eigenes Luftlagebild eingeführt. Damit können landesweit autorisierte und nicht autorisierte Drohnen unterschieden werden. Der Kurs ist klar: Weg vom reinen Staatsmonopol, hin zu einem gemischten Modell, bei dem auch Betreiber kritischer Infrastruktur eine Rolle spielen könnten. Für Deutschland heißt das vor allem: Der Nachholbedarf ist offensichtlich.