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Politik8. August 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Dreier-Pakt gegen die Unsicherheit

Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan haben in Mekka ein neues Verteidigungsabkommen geschlossen. Trotz sehr unterschiedlicher Partner und Konflikte setzt das Trio auf Beistand, Rüstung und Geheimdienst-Kooperation.

Dreier-Pakt gegen die Unsicherheit

Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan gehen künftig sicherheitspolitisch enger zusammen. Das neue Verteidigungsabkommen wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich: Die drei Staaten haben keine gemeinsamen Grenzen, verfolgen teils unterschiedliche Interessen und sind in sehr verschiedene Bündnisse eingebunden. Umso auffälliger ist, dass sie nun sogar eine gegenseitige Beistandspflicht vereinbart haben, die an das Nato-Prinzip erinnert.

Ein Pakt mit vielen Fragezeichen

Überraschend ist das Abkommen vor allem wegen der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen. Pakistan sieht in Indien einen zentralen Gegner und kämpft zugleich gegen islamistischen Terrorismus. Saudi-Arabien steht sicherheitspolitisch weiter unter dem Schutz der USA, auch wenn dieser Schirm laut Beobachtern brüchiger geworden ist. Die Türkei wiederum ist Nato-Mitglied – allerdings oft ein schwieriger Partner innerhalb des Bündnisses.

Dass diese drei Länder nun zusammenrücken, dürfte dennoch nicht nur Symbolik sein. Zwar erscheint ein militärischer Ernstfall mit direkter Truppenhilfe zwischen allen Beteiligten schwer vorstellbar. Deutlich realistischer sind praktische Formen der Zusammenarbeit. Vereinbart wurden laut SRF unter anderem Kooperationen in mehreren Bereichen:

  • Rüstung und Waffenproduktion
  • Geheimdienstinformationen
  • gemeinsame Manöver und Schulungen
  • Technologietransfer

Was die drei Staaten verbindet

Gemeinsam ist den drei Ländern mehr, als es zunächst scheint. Alle sind sunnitisch geprägt, und die Unterzeichnung in Mekka hatte deshalb auch einen starken symbolischen Wert. Zudem liegen alle in einer von Konflikten geprägten Region und sehen ihre Sicherheit als nicht ausreichend garantiert an. Schon vor dem neuen Pakt gab es Verbindungen: Pakistan hat mehrere tausend Soldaten in Saudi-Arabien stationiert, Islamabad und Riad schlossen bereits im vergangenen Jahr ein Beistandsabkommen, und Saudi-Arabien plant eine große Bestellung türkischer Drohnen.

Jeder Partner bringt dabei etwas Eigenes ein. Saudi-Arabien verfügt über Geld, Pakistan über Atomwaffen, entsprechendes Know-how und kampferprobte Truppen. Die Türkei entwickelt sich zugleich zu einem wichtigen Produzenten von Waffen. Hinzu kommt ein gemeinsames strategisches Umfeld: Alle drei sehen sich durch den schiitischen Iran herausgefordert und lehnen zugleich eine israelische Vormachtstellung im Nahen Osten ab. Der neue Schulterschluss ist damit auch ein Zeichen dafür, wie sehr die wachsende Unsicherheit in der Welt ungewöhnliche Allianzen begünstigt.