Commerzbank vor Machtwechsel
Die EZB-Aufsicht hat UniCredit grünes Licht für weitere Commerzbank-Käufe gegeben. Die italienische Großbank hält bisher knapp 30 Prozent und will bis Jahresende rund 50 Prozent der Stimmrechte erreichen.

Foto: Lucas de Groot ; MetaDesign, Berlin / Commerzbank AG / Wikimedia Commons, Public domain
Bei der Commerzbank rückt ein Eigentümerwechsel deutlich näher: Die UniCredit darf nach eigenen Angaben mit Zustimmung der EZB-Aufsicht ihre Beteiligung über die bisherige Marke von knapp 30 Prozent hinaus ausbauen. Damit ist eine zentrale Hürde gefallen. Die Frankfurter Bank selbst wollte den Vorgang nicht kommentieren.
Der nächste Schritt Richtung Kontrolle
Die italienische Großbank hat sich dafür schon weitere Aktien gesichert. Laut den vorliegenden Angaben läuft das teils über komplexe Finanzgeschäfte mit anderen Banken, teils über Aktien, die Anleger im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots angedient haben. Diese Papiere kann UniCredit nun übernehmen.
Das Ziel ist klar: Bis zum Jahresende will UniCredit nach eigener Darstellung über rund 50 Prozent der Stimmrechte verfügen. Damit hätte das Institut die Commerzbank unter Kontrolle - vorausgesetzt, die laufenden aufsichtsrechtlichen Verfahren werden rechtzeitig abgeschlossen. Noch offen ist vor allem die Entscheidung der EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde.
Was die Übernahme bedeuten würde
Mit einem Zusammenschluss entstünde ein neuer großer Player im europäischen Bankensektor. Die kombinierte Bank käme auf eine Bilanzsumme von 1,3 Billionen Euro. Fachleute verweisen darauf, dass grenzüberschreitende Fusionen Banken in Europa stärker machen können, gerade im Wettbewerb mit großen US-Instituten.
- EZB-Aufseher erlauben weitere Aktienkäufe
- UniCredit peilt rund 50 Prozent der Stimmrechte an
- Die Freigabe der EU-Kommission steht noch aus
Für Frankfurt wäre der Verlust der Eigenständigkeit der Commerzbank allerdings ein Einschnitt. Das Geldhaus blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück und zählt zu den bekannten Namen im DAX. Entsprechend groß war zuletzt auch der Widerstand gegen das Vorgehen der Italiener - auch aus der Bundesregierung.
Quelle: Tagesschau