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Politik16. Oktober 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Brandspur führt zur Mafia

Nach dem Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen sind in Nürtingen zwei türkische Staatsbürger festgenommen worden. Recherchen sehen eine Spur zur Gruppe „Daltons“, während Polen russische Geheimdienste hinter dem Sabotageakt vermutet.

Brandspur führt zur Mafia

Nach dem Brand an einer Starlink-Station in Wola Krobowska in Polen sitzen zwei Verdächtige in Deutschland in Haft. Spezialeinheiten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg nahmen die beiden Männer am Montagabend in Nürtingen fest. Es handelt sich um zwei türkische Staatsangehörige im Alter von 34 und 38 Jahren. Grundlage war ein europäischer Haftbefehl aus Polen.

Die polnischen Behörden werfen den beiden vor, den Anschlag auf die Anlage südlich von Warschau verübt zu haben. Starlink gehört zum SpaceX-Konzern von Elon Musk und gilt für die ukrainischen Streitkräfte als zentral für die Internetversorgung im Krieg gegen Russland. Polens Geheimdienst-Koordinator Tomasz Siemoniak erklärte, aus seiner Sicht gebe es keinen Zweifel an einer Beteiligung russischer Geheimdienste. Welche Belege dafür vorliegen, ist bisher allerdings nicht öffentlich bekannt.

Spur führt zu den „Daltons“

Nach Recherchen von ARD-Hauptstadtstudio und STRG_F sollen die beiden Festgenommenen dem Milieu der türkisch-kurdischen Organisierten Kriminalität zugerechnet werden. Demnach werden sie einer Gruppierung zugeordnet, die sich selbst „Daltons“ nennt. Eine dritte Person, die zwischenzeitlich von der Berliner Polizei festgenommen worden war, kam laut Sicherheitskreisen wieder frei, weil ihr keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte. Sie soll der Fahrer gewesen sein.

  • Festnahme von zwei Verdächtigen in Deutschland
  • Europäischer Haftbefehl aus Polen
  • Polen vermutet Sabotage mit russischem Hintergrund

Junge Mafia-Netzwerke mit Russland-Bezug

Die „Daltons“ werden der sogenannten Gen-Z-Mafia aus der Türkei zugerechnet. Solche Gruppen fallen laut Bundeskriminalamt vor allem durch Bedrohungen, Erpressungen und illegalen Waffenhandel auf. Charakteristisch sind Namen mit Comic-Anspielungen, etwa auch „Casper“ oder „Şirinler“. Der Ursprung der „Daltons“ liegt in Istanbul, inzwischen sollen sie aber international aktiv sein und zunehmend auch in Deutschland auftauchen. Als Anführer gilt laut Recherche ein Mann namens Berat Can Gökdemir, bekannt als „Can Dalton“, der sich in Russland aufhalten soll.

Noch ist offen, ob und wann die beiden Verdächtigen nach Polen überstellt werden. Klar ist nur: Der Fall verbindet einen möglichen Sabotageakt gegen kritische Infrastruktur mit Spuren in die organisierte Kriminalität – und mit einem möglichen geopolitischen Hintergrund.

Quelle: Tagesschau